Erklärung und Bedeutung des Weißabgleichs

Der Weißabgleich ist eine Korrektur der vom Bildsensor aufgenommenen Daten, um die Farbwiedergabe an das bei der Aufnahme vorherrschende Licht anzupassen.

Er bewirkt eine Verschiebung von Farbtönen und hat nichts damit zu tun, wie blass oder intensiv leuchtend Farben erscheinen.

Die Bezeichnung „Weiß-Abgleich“ stammt daher, dass eine realistische Farbwiedergabe am besten erreicht werden kann, indem sie anhand einer neutral weißen oder grauen Fläche abgestimmt wird. Eine daran ausgerichtete „korrekte“ Farbwiedergabe zeigt eine solche Referenzfläche genau neutral mit gleichen Rot-, Grün- und Blauanteilen.

Der Weißabgleich ist nötig, da das menschliche Gehirn die wahrgenommenen Farben laufend anpasst. Das von einem Fotomotiv abgegebene Licht variiert bei unterschiedlichem Licht stärker in seiner Farbe, als die menschliche Wahrnehmung es erkennt.

Beispielfoto zum Weißabgleich: Freddy bei Kerzenlicht
Beispiel: Freddy sitzt bei Kerzenlicht, fotografiert mit einer Weißabgleich-Einstellung für Sonnenlicht. Die Farbwiedergabe ist sehr stark rötlich, da das Kerzenlicht mehr Rotanteile als das Sonnenlicht hat. Das menschliche Sehen nimmt zwar Kerzenlicht auch als gemütliches, warmes Licht wahr, aber nicht so stark wie auf dem rotstichig wirkenden Bild.

Entsprechend kann der Weißabgleich neben der „korrekten“ Farbwiedergabe auch zum Ziel haben, eine „natürliche“ Farbwiedergabe zu erreichen, die möglichst dicht an der menschlichen Wahrnehmung ist.

Und man kann noch einen Schritt weitergehen und die Farbwiedergabe gezielt manipulieren, vor allem hin zu wärmeren oder kühleren Farben.

Hierzu ein sehr ähnliches Beispiel, Freddy hat jetzt elektrisches Licht über dem Tisch eingeschaltet (für eine vergrößerte Ansicht Bild anklicken):
Das erste Foto ist mit einer manuellen Weißabgleich-Einstellung fotografiert, die die Farben neutral wiedergibt – die Grauflächen auf der Farbreferenzkarte haben gleiche Rot-, Grün- und Blauanteile.
Im zweiten Bild hat ein automatischer Weißabgleich der Kamera etwas wärmere Farben geliefert. Die Wiedergabe der Farbreferenzkarte würde dort einem genauen Test nicht standhalten, aber für Freddy ist die Abstimmung durchaus vorteilhaft.

Die Botschaft des Beispieles: Versteifen Sie sich nicht auf eine „exakte“ Farbwiedergabe, wenn Sie Ihr Bild mit wärmeren oder kühleren Farben lieber mögen, scheuen Sie sich nicht, ihm dadurch eine etwas andere Atmosphäre zu geben.
Und wichtig ist, dass Sie die Handhabung des Weißabgleichs verstehen, um die Farben gezielt so wiederzugeben, wie Sie es gerne haben möchten.