Nikon D90-Einstellungen an der Gehäuse-Vorderseite

Nikon D90 Einstellungen VorderseiteHinweis zu allen Einstellungen: Es ist von der Betriebsart abhängig, welche Einstellungen sich überhaupt verändern lassen.

Die detaillierte Erklärung des Betriebsartenwählers beschreibt, was Sie in welcher Betriebsart selbst einstellen können.

Abblendtaste

Nikon D90 AbblendtasteErklärung: Die Abblendtaste (die untere der beiden schwarzen Tasten) schließt die Blende des Objektivs auf den im Sucher angezeigten Wert, sofern die Belichtungsmessung aktiv ist (falls nicht, Auslöser kurz antippen).

Dadurch wird das Sucherbild dunkler, erhält aber dieselbe Schärfentiefe wie das spätere Bild.

Tipps: Ich benutze die Taste nie und halte sie für ein Überbleibsel aus der analogen Fotografie, wo man die Bilder nicht sofort nach der Aufnahme kontrollieren konnte.

Wenn nötig, lässt sich die Schärfentiefe besser auf dem Monitor kontrollieren.

Ein Vorteil der Abblendtaste ist hingegen, dass man die Schärfentiefe bei ausreichend hellem Licht sofort erkennen kann – ohne Probeaufnahme und ohne die Kamera vom Auge zu nehmen. Wem das z.B. in der Makrofotografie wichtig ist, sollte ausprobieren, ob er sich mit ihr anfreunden kann.

Funktionstaste

Nikon D90 FUNC-TasteErklärung: Die Funktionstaste (die obere der beiden schwarzen Tasten) ist eine programmierbare Taste, die über das Menü Individualfunktionen f3 Funktionstaste mit verschiedenen Funktionen belegt werden kann.

Sie ist geeignet für Einstellungen, die beim Fotografieren sofort aktiviert werden sollen, ohne die Kamera vom Auge zu nehmen.

Die Taste ist leicht mit dem Mittelfinger zu erreichen und anders platziert als bei anderen Nikon-Modellen.

Tipps: Ich bevorzuge die Standardbelegung (Blitzbelichtungsspeicher), da ich ihn gerne bei Personenfotos benutze, um den Vorblitz und damit das Risiko zusammengekniffener Augen zu vermeiden.

Bei der D90 gilt diese Empfehlung aber nur eingeschränkt: Der Vorblitz ist im Vergleich zur D200 spürbar schneller geworden und der Blitzbelichtungsspeicher lässt sich auch mit der AE-L / AF-L-Taste aktivieren, wenn man gerne eine der anderen möglichen Funktionen für die Funktionstaste nutzen möchte.

Mein zweiter Favorit für die Belegung der Funktionstaste ist der sofortige Zugriff auf ein benutzerdefiniertes Menü mit den persönlichen Lieblings-Menüpunkten.

vorderes Einstellrad

Nikon D90 vorderes EinstellradErklärung: Während des Fotografierens hat das vordere Einstellrad normalerweise keine eigene Funktion, sondern dient dazu, Kameraeinstellungen zu verändern, wenn man gleichzeitig eine andere Taste drückt.

Dabei ist das vordere Einstellrad aber nur nötig, wenn das hintere Einstellrad bereits anders belegt ist. Dies ist der Fall für die Einstellung der

  • Bildgröße (zusammen mit der QUAL-Taste)
  • Blende (nur bei Betriebsart A oder M und nur, wenn Sie nicht die Belegung im Menü Individualfunktionen f5 Einstellräder verändert haben)
  • Schrittweite von Belichtungsreihen (zusammen mit der BKT-Taste)
  • Feineinstellung des Weißabgleichs (zusammen mit der WB-Taste)
  • Blitzbelichtungskorrektur (zusammen mit der Taste für Blitzsteuerung).

Eine eigene Funktion hat das vordere Einstellrad nur, wenn man sie ihm in den Individualfunktionen b2 einfache Belichtungskorrektur oder d3 ISO-Einstellung ausdrücklich zuordnet.

Während des Betrachtens von einzelnen Bildern auf dem Monitor können Sie mit dem vorderen Einstellrad die angezeigten Bildinformationen ändern.

Während der Benutzung von Menüs und der Anzeige von mehreren Bildern können Sie mit dem vorderen Einstellrad die Bilder bzw. Menüpunkte auswählen.

Diese Funktionen lassen sich in dem Menü Individualfunktionen f5 Einstellräder unterdrücken.

Tipps: Verwenden Sie das vordere Einstellrad zum raschen Einstellen von Belichtungskorrekturen, indem Sie dies im Menü Individualfunktionen b2 einfache Belichtungskorrektur aktivieren.

Man muss zwar aufpassen, dann nicht versehentlich eine Belichtungskorrektur einzustellen, aber diese häufig benötigte Einstellungsmöglichkeit geht dann wesentlich leichter und schneller von der Hand.

Die vereinfachte Einstellung der ISO-Empfindlichkeit ist auch hilfreich, aber nicht so wichtig, wenn man der ISO-Automatik vertraut.

Probieren Sie die Verwendung des Einstellrades beim Blättern in Ihren Bildern und bei der Benutzung von Menüs; wenn man sich daran gewöhnt hat, ist es schneller als die Benutzung der Richtungstasten mit dem rechten Daumen.

Blitzsteuerung

Nikon D90 BlitzsteuerungErklärung: Die Taste hat drei Funktionen:

1. Blitzlicht ausklappen: Ein Drücken der Taste lässt das eingebaute Blitzlicht ausklappen.

Dies ist allerdings nur in den Betriebsarten P, S, A und M nötig. Für sie gilt, dass die D90 dann und nur dann blitzt, wenn der Blitz manuell ausgeklappt wurde; es gibt dann keine Automatik, die Ihnen die Entscheidung abnimmt.

In den Betriebsarten AUTO, Porträt, Makro und Nachtportrait aktiviert die D90 den Blitz bei Bedarf automatisch und klappt ihn auch automatisch auf – es sei denn, sie schalten ihn wie im nächsten Absatz zur Blitzsynchronisation beschrieben ausdrücklich aus.

Bei den übrigen Betriebsarten „ohne Blitz“, Landschaft und Sport verwendet die D90 den Blitz nicht – egal, ob Sie ihn manuell ausgeklappt haben oder nicht. Dann stehen auch die Einstellungsmöglichkeiten im nächsten Absatz nicht zur Verfügung.

2. Blitzsynchronisation einstellen: Blitzsynchronisation ist die Steuerung, wann genau der Blitz gezündet wird und wird zusammen mit dem hinteren Einstellrad vorgenommen. Die einzelnen Werte bedeuten:

Nikon D90 Symbol Blitzsynchronisation 1. Verschlussvorhang: Standardwert „erster Verschlussvorhang“ – Der Blitz wird zu Beginn der Belichtung gezündet.

Die Belichtungszeit richtet sich nach dem Umgebungslicht und ist

  • mindestens 1/200s (kürzestmögliche Blitzsynchronzeit der D90) und
  • höchstens die im Menü Individualfunktionen, e1 Längste Verschlusszeit (Blitz) eingestellte Zeit (30s – 1/60s, 1/60s ist der Standardwert).

Nikon D90 Symbol Vorblitz gegen rote Augen: Durch das Aufleuchten des AF-Hilfslichtes sollen rote Augen auf Personenbildern reduziert werden, die Auslösung verzögert sich aber um ca. eine Sekunde.

Nikon D90 Symbol Langzeit-Blitzsynchronisation: Die Belichtungszeit orientiert sich am dunkleren Hintergrund und kann im Unterschied zur ersten Einstellung bis zu 30s lang werden – Sie bekommen also einen hellen und erkennbaren Hintergrund, gleichzeitig aber auch Verwacklungsgefahr.

Typische Anwendung sind Nachtaufnahmen, bei denen eine lange Belichtung den Hintergrund hell genug erscheinen lässt und der Blitz z.B. eine Person im Vordergrund ausleuchtet.

Bei hellem Tageslicht sind die Ergebnisse dieselben wie bei der ersten Einstellung.

Nikon D90 Symbol Langzeit-Blitzsynchronisation mit Rote-Augen-Reduzierung: wie zuvor, mit zusätzlicher Reduzierung der roten Augen

Nikon D90 Symbol Blitzsynchronisation 2. Verschlussvorhang: Synchronisation auf „zweiten Verschlussvorhang“ – Der Blitz wird zum Ende der Belichtung gezündet.

Zusätzlich gibt es noch die Symbole Nikon D90 Symbol Blitz aus und Nikon D90 Symbol automatische Blitzsteuerung, die bewirken, dass die D90 nicht blitzt bzw. automatisch entscheidet, wann geblitzt werden soll.

Beachten Sie: Für jede Betriebsart ist nur ein Teil der Auswahlmöglichkeiten verfügbar.

3. Blitzbelichtungskorrektur einstellen: Zusammen mit dem vorderen Einstellrad lässt sich die automatisch ermittelte Helligkeit des Blitzes erhöhen oder verringern. Dadurch ändert sich nur die Blitzhelligkeit. Blende, Belichtungszeit und ISO-Empfindlichkeit bleiben gleich und damit auch die Helligkeit des Umgebungslichtes auf Ihrem Foto.

Solange eine Blitzbelichtungskorrektur eingestellt ist, erscheint ein entsprechendes Symbol (+/- mit einem Blitz) im Sucher und auf dem LCD-Display.

Tipps: Wichtig! Der bewusste Einsatz des Blitzlichtes kann Ihre Fotos deutlich verbessern und jede Kameraautomatik hierfür braucht gelegentlich manuelle Eingriffe.

Am wichtigsten ist auch heutzutage noch die Entscheidung des Fotografen, wann überhaupt geblitzt werden soll:

  • Auch bei gutem Tageslicht kann der Blitz erforderlich sein, um ein Motiv im Vordergrund aufzuhellen. Das Standardbeispiel hierfür: Eine Person oder Gesicht im Schatten vor einem sonnigen Hintergrund. Der sog. Aufhellblitz reduziert die hell-dunkel-Kontraste und verbessert das Bild erheblich.

    Bei der D90 müssen Sie eine der Betriebsarten P, S, A oder M (also üblicherweise die bequeme Programmautomatik P) verwenden, um den Blitz zu erzwingen.

    Die Blitzbelichtungskorrektur ist wichtig beim Aufhellblitz. Oft bringt eine verringerte Blitzleistung (z.B. -1,0) bessere Bilder, da ein zu starkes Aufhellen des Vordergrundes unnatürlich wirkt.

  • Bei automatischer Blitzsteuerung verwendet die Kamera-Automatik oft den Blitz, um Verwacklungen zu vermeiden, obwohl das Umgebungslicht wesentlich besser wirkt als das Blitzlicht.

    Sie müssen aber selbst entscheiden (und wenn Sie unsicher sind, experimentieren), wann Sie noch verwacklungsfrei fotografieren können und dann ggf. den Blitz abschalten.

    Wenn Sie ansonsten mit der Vollautomatik der Kamera fotografieren, nehmen Sie dazu die bequemste Möglichkeit und stellen Sie einfach die BetriebsartNikon D90 Symbol Blitz aus ein.

Für die Blitzsynchronisation gilt:

Nikon D90 Symbol Blitzsynchronisation 1. Verschlussvorhang ist als Standardwert die beste Wahl für die meisten Situationen.

Die längste Belichtungszeit im Menü Individualfunktionen, e1 Längste Verschlusszeit (Blitz) sollte auf den Wert eingestellt werden, den man freihändig einigermaßen verwacklungsfrei benutzen kann.

Nikon D90 Symbol Vorblitz gegen rote Augen und Nikon D90 Symbol Langzeit-Blitzsynchronisation mit Rote-Augen-Reduzierung finde ich unbrauchbar wegen der entstehenden Auslöseverzögerung. Rote Augen werden besser am Computer entfernt.

Wer Standard-Partyfotos macht, bei denen Personen einige Sekunden lang posieren, mag die Funktion nützlich finden. Für auch nur etwas anspruchsvollere Personenbilder, bei denen Sie auf den richtigen Moment zum Auslösen achten und schnell reagieren müssen, ist die Auslöseverzögerung ein Ärgernis.

Nikon D90 Symbol Langzeit-Blitzsynchronisation ist geeignet, wenn ein dunkler Hintergrund richtig belichtet werden soll – benutzt aber auch lange Belichtungszeiten, die ein Stativ oder zumindest ein Auflegen der Kamera erforderlich machen.

Nikon D90 Symbol Blitzsynchronisation 2. Verschlussvorhang kann für bewegte Objekte vorteilhaft sein, da eine Bewegungsunschärfe hinter dem Motiv auftaucht und die Bewegung im Bild besser zum Ausdruck bringt.

BKT-Taste

Nikon D90 Bracketing-TasteErklärung: „Bracketing“ (BKT) bedeutet das Erstellen einer Aufnahmereihe vom selben Motiv mit unterschiedlichen Einstellungen, üblicherweise verschiedenen Belichtungen (Belichtungsreihe).
Die D90 bietet Belichtungsreihen nur mit 2 oder 3 Bildern je Reihe an (andere Modelle bieten 5, 7 oder gar 9).

Für die neuartige Funktion „Active D-Lighting“ (ADL) ist es möglich, Aufnahmereihen mit und ohne ADL zu erstellen. Die D90 erstellt dann eine Aufnahme ohne ADL und eine mit der zuletzt gewählten ADL-Einstellung.

Über das Menü Individualfunktionen, e4 Belichtungsreihen lässt sich einstellen, was in der Aufnahmereihe variiert wird.

Zur Aktivierung des Bracketing den Knopf BKT gedrückt halten und

  • mit dem hinteren Einstellrad die Zahl der Bilder einstellen:
    0F = kein Bracketing;
    +2F / -2F: Bracketing mit insgesamt 2 Bildern (=ein Ausgangsbild und ein Bild mit positiver bzw. negativer Korrektur)
    3F: Bracketing mit insgesamt 3 Bildern (=ein Ausgangsbild und je ein Bild mit positiver und negativer Korrektur)
  • mit dem vorderen Einstellrad wählen, wie groß der Belichtungsunterschied zwischen den einzelnen Bildern sein soll (Angabe erfolgt in Lichtwerten)

Nach Benutzen der Bracketing-Funktion muss sie manuell wieder ausgeschaltet werden (s.o.; Anzeige 0F muss im Display beim Drücken des BKT-Knopfes erscheinen).

Ein Reset schaltet ebenfalls das Bracketing wieder aus.

Tipps: Ignorieren Sie diesen Knopf einfach, wenn Sie Belichtungsreihen nicht verwendet und auch nicht vermisst haben.

Ich benutze Bracketing nie und bevorzuge, bei Bedarf die Belichtung auf dem Kamera-Monitor (RGB-Histogramm!) zu kontrollieren oder bei Unsicherheit über den Weißabgleich kurz die Bildqualität RAW+BASIC einzustellen. Die begrenzte Zahl an Bildern macht die Bracketing-Funktion obendrein noch unattraktiver.

Wer dennoch Bracketing benutzt, sollte auch die Aufnahme von Serienbildern einschalten; dann braucht man nur den Auslöser gedrückt zu halten, bis die Aufnahmereihe fertig ist.

Ansonsten muss jedes Bild einzeln ausgelöst werden! In anderen Worten: Wer einmal zuwenig auslöst, dem würde nicht nur ein Bild der Aufnahmereihe fehlen, sondern auch möglicherweise die nächste Aufnahme durch die noch aktive Belichtungskorrektur missraten.

Objektiventriegelung

Nikon D90 ObjektiventriegelungErklärung: Taste drücken und das Objektiv rechts herum drehen, um es abzunehmen.

Tipps: Nun ja… gehört halt zum Umgang mit einer Spiegelreflex wie der Ein- und Ausschalter.

Achten Sie auf die Markierungspunkte am Objektiv und an der Kamera.

Autofokus-Schalter

Nikon D90 Autofokus-SchalterErklärung: Hier wählen Sie, ob die D90 automatisch scharfstellen soll (AF), oder ob Sie dies manuell am Objektiv tun (M).

Tipps: Autofokus (AF) ist die passende Wahl für fast alle Aufnahmesituationen und manuelle Fokussierung richtig für seltene Fälle, in denen die Automatik überfordert ist.

Auch dann können Sie aber wahrscheinlich den Schalter auf AF belassen: Fast alle modernen Objektive erlauben, dass Sie bei angedrücktem Auslöser den Fokusring bewegen; die Kamera bekommt dies mit, stoppt den Autofokus und Sie haben sofort die manuelle Kontrolle über die Schärfe. Und mit dem nächsten Andrücken des Auslösers ist der Autofokus erneut aktiv – alles ohne Fummelei an irgendwelchen Schaltern.

Wenn der Autofokus nicht so arbeitet, wie er soll, ist es wahrscheinlich besser, zunächst die Autofokus-Steuerung oder die AF-Messfeldsteuerung (Menü Individualfunktionen a1) zu verändern, als ihn hier ganz abzuschalten.

Beachten Sie auch den Schalter, der für automatische / manuelle Fokussierung möglicherweise am Objektiv ist.