Nikon D90 Einstellungen im Aufnahme-Menü

Nikon D90 Aufnahme-MenüHinweis zu allen Einstellungen: Es ist von der Betriebsart abhängig, welche Einstellungen überhaupt verändert werden können.
Die detaillierte Erklärung des Betriebsartenwählers beschreibt, was Sie in welcher Betriebsart selbst einstellen könenn.

Bildoptimierung konfigurieren

Erklärung: Hier können Sie die Einstellungen für die kamerainterne Bildverarbeitung festlegen, mit denen die D90 die „Entwicklung“ der RAW-Daten vom Bildsensor in fertige JPG-Dateien vornimmt.
Nikon nennt dies „Picture Control System“, es handelt sich aber um die üblichen Funktionen wie Scharfzeichnung, Kontrast, Sättigung etc., denen man lediglich eine reichhaltigere Menüsteuerung hinzugefügt hat.Die Bedienung ist wie folgt aufgebaut:

  • Sie müssen mit einer sogenannten „Konfiguration“ beginnen; das ist ein Satz von Einstellungen, die Nikon für eine bestimmte Bildwirkung vorgibt.
    Sie können nicht direkt eine einzelne Einstellung wie z.B. Kontrast oder Farbsättigung verändern.
  • Nach Auswahl einer Konfiguration können Sie die zu ihr gehörenden Einstellungen nach eigenem Geschmack verändern.
  • Zusätzlich können Sie eigene Konfigurationen anlegen, indem Sie eine bestehende kopieren und dann anpassen und umbenennen.

Die zur Auswahl stehenden vorgegebenen Konfigurationen sind:
Standard: Nikons Vorgabe für eine automatische Feinabstimmung, die möglichst vielen Aufnahmesituationen gerecht werden soll
Neutral: Eine eher schwächere Nachbearbeitung mit weniger Scharfzeichnung, Kontrastverstärkung und Farbsättigung
Brillant: vor allem erhöhte Farbsättigung und Scharfzeichnung
Monochrom: Umwandlung zu schwarz-weiß Bildern
Porträt: an Hauttöne angepasste Farbwiedergabe
Landschaft: bewirkt etwas erhöhten Kontrast und sattere Grün- und BlautöneDie Änderung einer Konfiguration erfolgt, indem Sie sie mit den Richtungstasten auswählen und mit dem Pfeil nach rechts ihre Einstellungen aufrufen. Anschließend haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Die Schnelleinstellung verstärkt alle Einstellungen in Richtung der gewünschten Bildwirkung
  • Alternativ können Sie alle Einstellungen auch einzeln verändern:
    Scharfzeichnung: Kontraste an Kanten werden verstärkt und der Schärfeeindruck des Bildes erhöht
    Kontrast (nur auswählbar, wenn ADL nicht aktiv ist): erhöht bzw. vermindert die Hell-/Dunkel-Unterschiede
    Helligkeit (nur auswählbar, wenn ADL nicht aktiv ist): nachträgliches Aufhellen oder Abdunkeln
    Farbsättigung: sorgt für blassere bzw. kräftigere Farben
    Farbton: verändert alle Farben auf eine etwas kompliziert nachzuvollziehende Weise, für die ich noch keine praktische Anwendung gefunden habe
    Filtereffekte (nur für Konfiguration „monochrom“ auswählbar): simuliert die Wirkung von Farbfiltern wie in der analogen Schwarz-Weiß-Fotografie, um kontrastreichere Bilder zu erhalten
    Tonen (nur für Konfiguration „monochrom“ auswählbar): ermöglicht neben schwarz-weiß-Bildern auch in einer bestimmten Farbe getönte Bilder

Tipps: Ein wichtiges Menü für die sichtbare Beeinflussung der Bildqualität!
Nur wer ausschließlich im RAW-Format fotografiert und die JPGs selbst erstellt, kann darauf verzichten.Gleichzeitig gibt es aber auch eine Einschränkung: Die „besten“ Einstellungen sind auch von persönlichen Vorlieben abhängig, in diesem Menü muss jeder durch eigene Erfahrung seine besten Werte finden.Meine Empfehlungen sind:

  • Sollten Sie mit der D90 noch nicht vertraut sein, machen Sie nichts verkehrt, wenn Sie zunächst den Vorgabewerten (also der Konfiguration „Standard“) vertrauen und gezielt etwas verändern, was Ihnen wiederholt nicht gefällt.
    Es braucht Zeit, um zu beobachten, welche Einstellung unter welchen Bedingungen Ihnen am meisten zusagt. Wenn Sie laufend die Einstellungen verändern, können Sie nicht wirklich nachvollziehen, wie welche Konfiguration wirkt.
  • Die Konfiguration „Neutral“ ist eher geeignet, wenn Sie Bilder sorgfältig nachträglich bearbeiten. Statt „neutraler“ könnte man auch sagen, dass die Ergebnisse etwas flauer ausfallen – aber das ist tatsächlich eher ein Vorteil, wenn Sie JPG-Dateien nachträglich bearbeiten. Denn es ist kein Problem, vor allem die Scharfzeichnung, Sättigung und den Kontrast im Nachhinein zu erhöhen, aber es kann durchaus Qualitätsverluste bringen, wenn Sie eine zu starke Scharfzeichnung, zu hohe Kontraste oder zu hohe Farbsättigung nachträglich reduzieren möchten.
  • Ich benutze die Einstellung „Brillant“ (das Kürzel „VI“ steht für engl. „vivid“ = leuchtend) gerne für kräftige, lebendige Farben.
    Aber bei strahlender Sonne kann das auch zu viel des Guten sein.
  • Überschätzen Sie auch nicht die Wirkung dieses Menüs. Es kann Ihre Bilder sichtbar verbessern, aber es werden auch nicht plötzlich alle Porträt- und Landschaftsaufnahmen aussehen wie in den Beispielbildern der Kamerawerbung, wenn Sie die entsprechende Konfiguration verwenden.
    Wichtiger sind wie immer schon das richtige Motiv und Licht sowie der Weißabgleich für kühlere oder wärmere Farbwiedergabe. Danach ist die „Bildoptimierung“ so, wie es er Menüname sagt, für den letzten Schliff am Ende.
  • Insbesondere für Porträts dürfen Sie nicht einfach der Einstellung in diesem Menü vertrauen, sondern müssen auf richtige Farbwiedergabe durch passendes Licht und Weißabgleich achten.

Die Werte, die Sie für die einzelnen Einstellungen vornehmen können, sind in den verschiedenen Konfigurationen unterschiedlich!
Beispiel: Eine Farbsättigung von +2 in der Konfiguration „Brillant“ bringt Ihnen leuchtendere Farben als dieselbe Einstellung in der Konfiguration „Standard“.Zu guter Letzt noch ein Hinweis zum Zurücksetzen der Einstellungen: Bei einem Reset der Kamera bleibt eine von Ihnen gewählte Konfiguration weiterhin aktiv, es werden lediglich eventuelle Änderungen in den Details dieser Konfiguration auf Nikons Standardwerte zurückgesetzt.

Konfigurationen verwalten

Erklärung: Dieses Menü erlaubt es Ihnen, bestehende Konfigurationen zur Bildoptimierung (s. voriger Menüpunkt) zu kopieren und mit Ihren persönlichen Anpassungen unter einem eigenen Namen zu speichern.
Ihre eigenen Konfigurationen erscheinen dann unter den von Nikon vorgegebenen im Menü „Bildoptimierung“.Um eine eigene Konfiguration zu erstellen, wählen Sie den Eintrag „Speichern/bearbeiten“, wählen eine bestehende Konfiguration aus und drücken „OK“. Anschließend können Sie einen der neun Speicherplätze auswählen und einen eigenen Namen vergeben.
Wenn Sie bei der Auswahl einer Konfiguration die Richtungstaste nach rechts drücken, können Sie die Einstellungen der Konfiguration vor dem Speichern bearbeiten.

Vollständige Tipps zu allen Kamera-Menüs sind dem PDF-Dokument und Buch vorbehalten.

Bildqualität

Erklärung: gleiche Einstellungsmöglichkeiten für das Dateiformat wie über die QUAL-Taste zusammen mit dem vorderen Einstellrad

Bildgröße

Erklärung: gleiche Einstellungsmöglichkeiten für die Bildauflösung wie über die QUAL-Taste zusammen mit dem hinteren Einstellrad

Weißabgleich

Erklärung: gleiche Einstellungsmöglichkeiten wie über die WB-Taste am Gehäuse mit drei Ausnahmen:

  • Die für einen manuellen Weißabgleich verwendeten Referenzbilder sind hier als Miniaturansicht verfügbar und wer bestimmte manuelle Weißabgleich-Einstellungen wiederholt verwenden möchte, kann den anonymen Kürzeln d-0 bis d-4 hier auch eine Klartext-Bezeichnung zuordnen.
  • Die Feinabstimmung erfolgt nicht nur durch eine Farbverschiebung hin zu blau bzw. orange, sondern kann auch den Grünanteil erhöhen oder verringern.
  • Bei Auswahl der Lichtart „Leuchtstofflampe“ stellt Nikon sieben verschiedene Lampenarten zur Auswahl.

ISO-Empfindlichkeit

Erklärung: Dieses Menü bietet die gleiche Einstellungsmöglichkeit der ISO-Empfindlichkeit wie die ISO-Taste an der Gehäuse-Rückseite und zusätzlich die Möglichkeit, die ISO-Automatik einzuschalten. Hierzu gehören zwei weitere Angaben:

  • „Längste Belichtungszeit“ = die Belichtungszeit, ab der die D90 die ISO-Empfindlichkeit automatisch erhöht
  • „maximale Empfindlichkeit“ = die von der ISO-Automatik maximal verwendete ISO-Empfindlichkeit

Active D-Lighting (ADL)

Erklärung: „Active D-Lighting“ ist Nikons Bezeichnung für einen zusätzlichen Schritt in der kamerainternen Bildverarbeitung, der vor allem dunkle Bildteile aufhellt.
Auch zu helle Bildteile können leicht abgedunkelt werden, um Überbelichtungen zu vermeiden, jedoch ist die Aufhellung dunkler Partien der in der Praxis häufigere Fall und hier sind die Bildverbesserungen offensichtlicher.Sie können zwischen einer automatischen Einstellung wählen, bei der die D90 in Abhängigkeit von je nach Bildkontrast stärker oder schwächer aufhellt oder vier Stufen von „moderat“ bis „extra stark“.Sofern Sie ADL aktivieren, stehen im Menü Bildoptimierung konfigurieren die Einstellungen Helligkeit und Kontrast nicht zur Verfügung, da beides von der ADL-Funktion festgelegt wird.

Farbraum

Erklärung: Bietet die Wahl zwischen

  • Farbraum sRGB – dem Standard mit je 256 Abstufungen für rot, grün, blau, wie er allen Darstellungen am Computermonitor zugrunde liegt
  • Farbraum Adobe RGB – ein von Adobe entwickelter eigener Farbraum, um für gedruckte Bilder eine größere Breite an Farben zu erreichen.
    Dieser Farbraum hat aber auch Tücken und kann sogar schlechtere Ergebnisse erzielen, wenn er in sRGB umgewandelt wird.

Rauschreduzierung bei Langzeitbelichtung

Erklärung: Wenn diese Funktion eingeschaltet ist, erstellt die D90 nach einer Langzeitbelichtung von mehr als 8 Sekunden eine zweite Aufnahme bei geschlossenem Verschluss, um das Bildrauschen einer Aufnahme bei völliger Dunkelheit zu ermitteln.
Diese kann benutzt werden, um das Rauschen aus der eigentlichen Aufnahme herauszurechnen.

Rauschreduzierung bei hoher ISO-Empfindlichkeit

Erklärung: Hier lässt sich einstellen, ob bei höheren ISO-Empfindlichkeiten eine zusätzliche Rauschunterdrückung in der internen Nachbearbeitung vorgenommen werden soll.
Ist sie eingeschaltet, wird ab einer Empfindlichkeit von ISO 800 eine nachträgliche Rauschunterdrückung angewendet.
Ist sie ausgeschaltet, wird trotzdem ab einer Empfindlichkeit von mehr als ISO 3200 (also ab der von Nikon gewählten eigenwilligen Bezeichnung „Hi 0,3“) eine schwache Rauschreduzierung angewendet.Eine stärkere Rauschunterdrückung bedeutet glatter, gefälliger wirkende Bilder, aber es gehen auch Oberflächenstrukturen verloren.

Ordner

Erklärung: Dieses Menü ermöglicht es, Unterordner zum Speichern neuer Bilder festzulegen:

  • Es kann ein neuer Ordner auf der Speicherkarte gelegt werden, wobei Sie einen beliebigen fünfstelligen Namen vergeben können.
  • Sie können bestehende Ordner umbenennen
  • Sie können einen bestehenden Ordner auswählen, um alle neuen Bilder in ihm zu speichern
  • Sie können mit dem Menü löschen alle leeren Ordner von der Speicherkarte löschen.

Die Ordner, die Sie später auf Ihrer Speicherkarte finden, haben immer eine fortlaufende dreistellige Nummer vor dem von Ihnen gewählten Namen.
Zusätzlich legt die D90 automatisch neue Ordner an, wenn ein Ordner 999 Bilder enthält.

Mehrfachbelichtung

Erklärung: Ermöglicht Mehrfachbelichtungen wie bei manchen analogen Spiegelreflexkameras: Die Kamera nimmt dort mehrere Bilder auf, ohne den Film weiter zu transportieren.
Das Ergebnis sieht so aus, als ob man verschiedene Dias übereinander projiziert. Hier haben Sie das elektronisch nachgebildete Gegenstück.

In dem Menü ist einzustellen, wie viele Aufnahmen erstellt werden sollen und ob die Belichtung automatisch (nach unten) korrigiert werden soll, damit die „Summe“ aller Bilder nicht überbelichtet wird.Anschließend ist so oft auszulösen, bis die gewünschte Anzahl Bilder erstellt ist; währenddessen zeigt das Display auf der Oberseite zwei überlappende Rechtecke an.Am Ende speichert die D90 die Überlagerung aller Aufnahmen als ein Bild – die Einzelaufnahmen bleiben nicht erhalten!

Videoeinstellungen

Erklärung: Hier können Sie für die im Live View-Modus erstellten Videoaufnahmen die Bildgröße festlegen, sowie auswählen, ob die D90 Aufnahmen mit oder ohne (Einkanal-)Ton erstellt.
Die nicht veränderliche Bildrate beträgt immer 24 Bilder/Sekunde.