B. Die Betriebsarten der D7000

B.1 Überblick »

B.2 Betriebsarten U1 und U2 »

B.3 Vollautomatik AUTO »

B.4 Vollautomatik ohne Blitz »

B.5 Motivprogramme (SCENE) »

B.6 Programmautomatik P »

B.7 Blendenautomatik S »

B.8 Zeitautomatik A »

B.9 Manuelle Steuerung M »

 

Nikon D7000 Betriebsartenwähler

B.1 Überblick

Die Betriebsart beeinflusst das gesamte Verhalten der Nikon D7000, insbesondere

  • die Belichtungssteuerung (=Auswahl einer Kombination von Blende, Belichtungszeit und ISO-Empfindlichkeit) zu einer Motivhelligkeit
  • ob die Kameraautomatik oder Sie selber über eine Reihe weiterer wichtiger Einstellungen entscheiden.

Ich teile die Betriebsarten in zwei Gruppen auf:

Nikon D7000 Betriebsartenwähler SCENENikon D7000 Betriebsartenwähler Vollautomatik & Motivprogramme (SCENE): Die D7000 ermöglicht Ihnen unkompliziertes Fotografieren, fast wie bei einer Kompaktkamera. Der Preis für die Bequemlichkeit ist, dass viele Kamera-Einstellungen gar nicht von Hand beeinflusst werden können, darunter wichtige und von erfahrenen Fotografen ständig veränderte wie Weißabgleich, Belichtungssteuerung und -korrektur, Blitzlicht-Steuerung.

Nikon D7000 Betriebsartenwähler PP, S, A, M: Nur in diesen Betriebsarten können Sie alle Kamera-Einstellungen selber beeinflussen. Den Blitz müssen Sie von Hand ein- und ausschalten.

Nikon D7000 Betriebsartenwähler U1Die weiteren Betriebsarten U1 und U2 sind von Nikon mit gleichen Einstellungen wie die Programmautomatik P belegt. Sie können ihnen jedoch jede der anderen Betriebsarten zuweisen, zusammen mit allen von Ihnen bevorzugten Aufnahmeeinstellungen.

Meine Empfehlungen zu den Betriebsarten lauten:

  • U1 und U2 mit Programmautomatik als Belichtungssteuerung sollten die üblichen Betriebsarten für erfahrene Fotografen sein. Sie verbinden die volle Kontrolle über alle Einstellungen mit der Möglichkeit, die Kamera schnell in einen von Ihnen festgelegten Ausgangszustand zurückzusetzen.
  • Benutzen Sie die Vollautomatik, wenn Sie als Einsteiger mit den vielen Funktionen der D7000 noch nicht vertraut sind oder einfach nur bequem fotografieren wollen.
  • Aus demselben Grund nutzen Sie eines der Motivprogramme, wenn es gerade zu Ihrer Aufnahmesituation passt, da es die Chancen auf gute Bilder erhöht.
    Erwarten Sie aber keine Wunder!
  • P, S, A haben gegenüber U1 und U2 den Nachteil, dass Sie keine eigenen Kamera-Einstellungen dauerhaft abspeichern können und
  • M verbleibt für die seltenen Fälle, in denen man die automatische Belichtungssteuerung ausschalten möchte.
Nikon D7000 Betriebsartenwähler U1

B.2 Betriebsarten U1 und U2

Erklärung: Die Betriebsarten „U1“ und „U2“ (von engl. „user settings“=benutzerdefinierte Einstellungen) können mit einer beliebigen anderen Betriebsart und Ihren persönlichen Lieblingseinstellungen selber belegt werden.

In Nikons Voreinstellungen sind U1 und U2 identisch mit P.

Ihre Handhabung ist:

  • In einer beliebigen Betriebsart (U1, U2 oder einer anderen) stellen Sie die D7000 so ein, wie Sie die Kamera gerne in einem Grundzustand vorfinden möchten.
  • Mit dem System-Menü User Settings speichern (s. S. 129) weisen Sie alle aktuellen Einstellungen der Betriebsart U1 oder U2 dauerhaft zu.
  • Wann immer Sie bei aktiver Belichtungsmessung (Achtung: ggf. den Auslöser vorher antippen!) den Betriebsartenwähler von einer anderen Position zu U1 oder U2 drehen, wird die D7000 die gespeicherten Einstellungen wieder anwenden.

Die als Betriebsart U1 / U2 dauerhaft gespeicherten Einstellungen sind:

Nicht gespeichert werden folgende Einstellungen:

  • Wiedergabe-Menü
  • System-Menü
  • die nur über mechanische Schalter zu bedienenden:
    Auslöseverhalten (s. S. 56)
    Autofokus-Schalter (s. S. 55)
    Sperrschalter für Autofokus-Messfeldwahl (s. S. 76)
  • Schalter am Objektiv (sofern vorhanden)

Empfehlung: Die Betriebsarten U1 und U2 sind die erste Wahl für alle fortgeschrittenen Fotografen.
Egal, welche Betriebsart bisher Ihre bevorzugte war, Sie können U1 und U2 mit ihr belegen und alle wichtigen Kamera-Einstellungen mit Ihren persönlichen Lieblingswerten dazu speichern.

Danach stellen ein Antippen des Auslösers und ein kurzes Hin und Her des Betriebsartenwählers jederzeit alle Ihre gespeicherten Grundeinstellungen wieder her.

Nikon D7000 Betriebsartenwähler AUTO

B.3 Vollautomatik AUTO

Erklärung: Mit der Vollautomatik – dem grünen AUTO-Symbol – brauchen Sie lediglich die Kamera auf Ihr Motiv zu richten und auszulösen, da die D7000 alle Kameraeinstellungen automatisch vornimmt.

Viele im Buch beschriebene Kamera-Einstellungen sind nicht verfügbar.

Empfehlung: Die Vollautomatik ist lediglich für den Einstieg oder unerfahrene Benutzer. Für gute Bilder in allen Aufnahmesituationen führt kein Weg daran vorbei, sich mit den anderen Betriebsarten und wenigstens den wichtigsten manuellen Einstellungen zu beschäftigen.

Nikon D7000 Betriebsartenwähler kein Blitz

B.4 Vollautomatik ohne Blitz

Erklärung: Diese Betriebsart ist identisch mit der Vollautomatik, die D7000 wird aber auch bei schlechtem Licht nicht den Blitz einschalten.

Empfehlung: Wenn Sie die Vollautomatik verwenden, sollten Sie auch mit dieser Variante experimentieren. Das Lernen, wann Sie mit und oder ohne Blitz fotografieren, ist einer der ersten Schritte auf dem Weg zu besseren Fotos.

Nikon D7000 Betriebsartenwähler SCENE

B.5 Motivprogramme (SCENE)

Erklärung: Die D7000 wählt wie bei der Vollautomatik alle Kameraeinstellungen automatisch, optimiert sie aber auf bestimmte Aufnahmesituationen hin.

Erwarten Sie keine Wunder, die Motivprogramme benutzen keine geheimen Einstellungen, die Sie nicht in anderen Betriebsarten auch selber setzen können.

Zur Auswahl eines Motivprogramms drehen Sie am hinteren Einstellrad und beachten die Anzeige auf dem Kameramonitor. Möglicherweise müssen Sie vorher kurz den Auslöser antippen, denn die Auswahl funktioniert nur bei aktivierter Belichtungsmessung.

Viele Kamera-Einstellungen können nicht verändert werden, im Unterschied zur Vollautomatik können Sie wenigstens den Belichtungsspeicher verwenden.

Die folgende Liste gibt einen Überblick der gegenüber der Vollautomatik geänderten Einstellungsmerkmale:

Programm Spezifische Einstellungen
Porträt Große Blende für unscharfen Hintergrund
Blitz: automatisch
Picture Control: Porträt
Landschaft Bevorzugte Blende: 8-11 für gute Schärfentiefe
Picture Control: Landschaft
Blitz: ausgeschaltet
Kinder Blitz: automatisch
kein Unterschied zu AUTO erkennbar
Sport Möglichst kurze Belichtungszeiten
Blitz: aus
Autofokus: einzelnes Messfeld
Nahaufnahme Blitz: automatisch
Autofokus: einzelnes Messfeld
Nachtporträt Blitz mit Langzeit-Synchronisation
Weißabgleich „Auto 2“
Picture Control: Porträt
Nachtaufnahme Blitz: aus
Weißabgleich „Auto 2“
Innenaufnahme Blitz: automatisch mit Reduzierung roter Augen – also für Personenaufnahmen innen
Weißabgleich „Auto 2“
Strand/Schnee Blitz: aus
Picture Control: Landschaft, Scharfzeichnung leicht vermindert auf 3
Sonnenuntergang Blitz: aus
Weißabgleich: Sonnenlicht
Picture Control: Landschaft, Scharfzeichnung leicht vermindert auf 3
Dämmerung Blitz: aus
Weißabgleich: 4550K = warmes Licht
Picture Control: Landschaft, Scharfzeichnung leicht vermindert auf 3
Tiere Blitz: automatisch
Autofokus: einzelnes Messfeld
Kerzenlicht Blitz: aus
Weißabgleich: 4350K = warmes Licht
Picture Control: Standard, Scharfzeichnung leicht vermindert auf 2
Blüten Blitz: aus
Picture Control: Landschaft, Farbton -1
Herbstfarben Blitz: aus
Picture Control: Brillant
Food Blitz: ist von Hand ein- und auszuschalten
Picture Control: Standard, Sättigung +1
Silhouette Knappere Belichtung für ein dunkleres Bild
Blitz: ausgeschaltet
Picture Control: Landschaft, Kontrast erhöht auf +3
High Key Reichlichere Belichtung für ein deutlich helleres Bild
Blitz: ausgeschaltet
Picture Control: Standard mit vermindertem Kontrast und erhöhter Helligkeit
Low Key Knappere Belichtung für ein deutlich dunkleres Bild
Blitz: ausgeschaltet
Picture Control: Standard mit erhöhtem Kontrast und verminderter Helligkeit

Empfehlung: Siehe die Einleitung dieses Kapitels – Motivprogramme können durchaus bessere Ergebnisse als die einfache Vollautomatik bringen, wenn das Motivprogramm zu Ihrer Aufnahmesituation passt.

Die Motivprogramme sind aber nur Hilfestellungen für Benutzer, die sich mit den Grundlagen der Fotografie nicht ausreichend auskennen. Sie können oft bessere Ergebnisse erzielen, wenn Sie sich wenigstens mit den grundlegenden Einstellungen vertraut machen und diese situationsgerecht selber vornehmen.

Nikon D7000 Betriebsartenwähler P

B.6 Programmautomatik P

Erklärung: Programmautomatik bedeutet, dass die D7000 vollautomatisch Blende und Belichtungszeit wählt.
Der Unterschied zwischen P einerseits und AUTO / Motivprogrammen andererseits ist, dass die D7000 im Modus P keine weiteren Einstellungen auf eine bestimmte Aufnahmesituation hin anpasst.

Reset (s. S. 60) durchzuführen.

Empfehlung: Besser gewöhnen Sie sich gleich an die Betriebsarten in Nikons Voreinstellungen identischen Betriebsarten U1 und U2 (s. S. 38).

Nikon D7000 Betriebsartenwähler S

B.7 Blendenautomatik S

Erklärung: Blendenautomatik bedeutet, dass Sie eine Belichtungszeit (engl. „shutter“ vorgeben und die D7000 automatisch eine passende Blende wählt.
Die Bezeichnung S kommt vom engl. „shutter priority“ abgeleitet.

Die Belichtungszeit ist mit dem hinteren Einstellrad einzustellen.

Sofern Sie mit Blitz fotografieren, können Sie keine kürzere Belichtungszeit als 1/250 s einstellen (es sei denn, Sie benutzen die sog. FP-Kurzzeitsynchronisation im Menü e1 Blitzsynchronzeit und einen externen Blitz, s. S. 117).

Sofern bei der von Ihnen gewählten Belichtungszeit keine korrekte Belichtung möglich ist, erscheint im Sucher rechts neben Blende und Belichtungszeit eine Anzeige, welche Über- bzw. Unterbelichtung entsteht.

Empfehlung: Die wichtigste Anwendung der Zeitautomatik ist die Vorgabe einer kurzen Belichtungszeit, wenn Sie schnell bewegte Motive scharf einfangen wollen.
Das können Sie aber auch in den anderen Betriebsarten P (bzw. U1 und U2) erreichen, indem Sie am hinteren Einstellrad drehen und so die Kombination aus Belichtungszeit und Blende verschieben.

Nikon D7000 Betriebsartenwähler A

B.8 Zeitautomatik A

Erklärung: Zeitautomatik bedeutet, dass Sie eine Blende (engl. „aperture“) vorgeben und die D7000 automatisch eine passende Belichtungszeit wählt.
Die Bezeichnung A ist vom englischen „aperture priority“ abgeleitet.

Die Blende ist mit dem vorderen Einstellrad zu ändern.

Empfehlung: Dies ist eine Alternative zur Programmautomatik, um durch direkte Vorgabe eines Blendenwertes die Aufnahme zu beeinflussen.

Das können Sie aber auch in den anderen Betriebsarten P (bzw. U1 und U2 erreichen, indem Sie am hinteren Einstellrad drehen und so die Kombination aus Belichtungszeit und Blende verschieben.
Ich verwende die Betriebsart A, wenn ich mit Blitz und einer bestimmten Blende fotografieren möchte, da dann dieser Trick mit dem Einstellrad nicht funktioniert.

Nikon D7000 Betriebsartenwähler M

B.9 Manuelle Steuerung M

Erklärung: Sie wählen sowohl Blende als auch Belichtungszeit manuell mit den beiden Einstellrädern.

Die D7000 zeigt lediglich als Einstellhilfe im Sucher an, ob die von Ihnen eingestellte Belichtung höher oder niedriger als die von der Kamera gemessene ist.

Aufgepasst: Die ISO-Automatik (s. S. 94) schaltet sich in der Betriebsart M nicht von alleine ab, so wie es dem Zweck dieser Betriebsart entsprechen würde. Wenn Sie die ISO-Automatik nicht selbst abschalten, variiert die D7000 die ISO-Empfindlichkeit, so dass Sie quasi doch eine Art Belichtungssteuerung haben.

Die Anzeige „bulb“ für die Belichtungszeit bedeutet, dass die D7000 so lange belichtet, wie der Auslöser gedrückt gehalten wird.

Empfehlung: Diese Betriebsart ist für seltene Anwendungsfälle – wer sie ab und zu verwendet, weiß, warum er das tut. Wer sich erst fragen muss, weshalb er diese Betriebsart wählen sollte, bleibt am besten einfach bei den anderen 😉 .