B. Die Betriebsarten der D5200

B.1 Überblick »

B.2 Vollautomatik AUTO »

B.3 Vollautomatik ohne Blitz »

B.4 Motivprogramme »

B.5 Programmautomatik P »

B.6 Blendenautomatik S »

B.7 Zeitautomatik A »

B.8 Manuelle Steuerung M »

B.9 Spezialeffekte EFFECTS »
 

Nikon D5200 Betriebsartenwähler

B.1 Überblick

Die Betriebsarten beeinflussen das gesamte Verhalten der Nikon D5200, insbesondere

  • die Belichtungssteuerung = Auswahl einer Kombination von Blende, Belichtungszeit und ISO-Empfindlichkeit zu einer Motivhelligkeit
  • ob die Kameraautomatik oder Sie selber über eine Reihe weiterer wichtiger Einstellungen entscheiden.

Ich teile die Betriebsarten in zwei Gruppen auf:

1. Vollautomatik & Motivprogramme (AUTO, SCENE, EFFECTS und alle Piktogramme): Unkompliziertes Fotografieren, fast wie bei einer Kompaktkamera.
Der Preis für die Bequemlichkeit ist, dass viele Einstellungen nicht verändert werden können, darunter die wichtigsten und von erfahrenen Fotografen regelmäßig angepassten:

  • Weißabgleich
  • Belichtungssteuerung und -korrektur
  • Aufhellblitz

2. P, S, A, M: Nur in diesen Betriebsarten können Sie alle Kamera-Einstellungen selber beeinflussen. Den Blitz müssen Sie von Hand ein- und ausschalten.

Meine Empfehlungen zu den Betriebsarten lauten:

  • Die Programmautomatik P sollte die übliche Wahl für erfahrene Fotografen sein, je nach persönlicher Vorliebe oder alter Gewohnheit vielleicht auch S oder A.
  • Benutzen Sie die Vollautomatik, wenn Sie als Einsteiger mit den vielen Funktionen der D5200 noch nicht vertraut sind oder einfach nur bequem fotografieren wollen.
  • Aus demselben Grund nutzen Sie eines der Motivprogramme, wenn es gerade zu Ihrer Aufnahmesituation passt, da es die Chancen auf gute Bilder erhöht.
  • M verbleibt für die seltenen Fälle, in denen man die automatische Belichtungssteuerung ausschalten möchte.
Nikon D5200 Betriebsartenwähler, AUTO

B.2 Vollautomatik AUTO

Erklärung: Mit der Vollautomatik – dem grünen AUTO-Symbol – brauchen Sie lediglich die D5200 auf Ihr Motiv zu richten und auszulösen, da sie alle Kameraeinstellungen automatisch vornimmt.

Viele im Buch beschriebene Kamera-Einstellungen sind nicht verfügbar.

Empfehlung: Die Vollautomatik sollte lediglich für den Einstieg sein. Für gute Bilder in allen Aufnahmesituationen führt kein Weg daran vorbei, sich mit den anderen Betriebsarten und wenigstens den wichtigsten manuellen Einstellungen zu beschäftigen.

Nikon D5200 Betriebsartenwähler, AUTO ohne Blitz

B.3 Vollautomatik ohne Blitz

Erklärung: Diese Betriebsart ist identisch mit der Vollautomatik, die D5200 wird aber auch bei schlechtem Licht nicht den Blitz einschalten.

Empfehlung: Wenn Sie die Vollautomatik verwenden, sollten Sie auch mit dieser Variante experimentieren. Das Lernen, wann Sie mit oder ohne Blitz fotografieren, ist einer der ersten Schritte auf dem Weg zu besseren Fotos.

Nikon D5200 Betriebsartenwähler, Porträt
Nikon D5200 Betriebsartenwähler, SCENE

B.4 Motivprogramme

Erklärung: Motivprogramme sind die mit Piktogrammen versehenen Betriebsarten und die weiteren in der Einstellung SCENE verfügbaren. Wenn Sie die info-Taste oder i-Taste (s. S. 16 bzw. 24) drücken, sehen Sie oben links auf dem Kamera-Monitor ein Symbol für das Motivprogramm. Und bei Auswahl von SCENE können Sie dann mit dem Einstellrad zwischen weiteren Programmen wählen.

Die D5200 wählt wie bei der Vollautomatik alle Kameraeinstellungen automatisch, optimiert sie aber auf bestimmte Aufnahmesituationen hin.

Erwarten Sie keine Wunder, die Motivprogramme benutzen keine geheimen Einstellungen, die Sie nicht auch selber setzen können.

Viele Kamera-Einstellungen können nicht verändert werden, im Unterschied zur Vollautomatik können Sie aber wenigstens den Belichtungsspeicher verwenden.

Die folgende Liste gibt einen Überblick der gegenüber der Vollautomatik geänderten Einstellungsmerkmale:

Programm Spezifische Einstellungen
Porträt Große Blende für unscharfen Hintergrund
Blitz: automatisch
Picture Control: Porträt
Landschaft Bevorzugte Blende: 8-11 für gute Schärfentiefe
Picture Control: Landschaft
Blitz: ausgeschaltet
Kinder Blitz: automatisch
kein Unterschied zu Betriebsart AUTO erkennbar
Sport Möglichst kurze Belichtungszeiten
Blitz: aus
Autofokus: dynamische Messfeldsteuerung
Nahaufnahme Blitz: automatisch
Autofokus: einzelnes Messfeld
Nachtporträt Blitz mit Langzeit-Synchronisation
Picture Control: Porträt
Nachtaufnahme Blitz: aus
Innenaufnahme Blitz: automatisch mit Reduzierung roter Augen
Strand/Schnee Blitz: aus
Picture Control: Landschaft, Scharfzeichnung 3
Sonnenuntergang Blitz: aus
Weißabgleich: Sonnenlicht
Picture Control: Landschaft, Scharfzeichnung 3
Dämmerung Blitz: aus
Weißabgleich: 4550K = warmes Licht
Picture Control: Landschaft, Scharfzeichnung 3
Tiere Blitz: automatisch
Autofokus: einzelnes Messfeld
Kerzenlicht Blitz: aus
Weißabgleich: 4350K = warmes Licht
Picture Control: Standard, Scharfzeichnung leicht vermindert auf 2
Blüten Blitz: aus
Picture Control: Landschaft, Scharfzeichnung 3, Farbton -1
Herbstfarben Blitz: aus
Picture Control: Brillant
Food Blitz: ist von Hand ein- und auszuschalten
Picture Control: Standard, Sättigung +1

Empfehlung: Siehe die Einleitung dieses Kapitels – ein Motivprogramm kann durchaus bessere Ergebnisse als die einfache Vollautomatik bringen, wenn es zu Ihrer Aufnahmesituation passt.

Die Motivprogramme sind aber nur Hilfestellungen für Benutzer, die sich mit den Grundlagen der Fotografie nicht ausreichend auskennen. Sie können oft bessere Ergebnisse erzielen, wenn Sie grundlegende Einstellungen situationsgerecht selber vornehmen – und den damit verbundenen Aufwand zum Lernen und Probieren in Kauf nehmen.

Nikon D5200 Betriebsartenwähler, P

B.5 Programmautomatik P

Erklärung: Programmautomatik bedeutet, dass die D5200 vollautomatisch Blende und Belichtungszeit wählt.
Der Unterschied zwischen P einerseits und AUTO / Motivprogrammen andererseits ist, dass die D5200 im Modus P keine weiteren Einstellungen auf eine bestimmte Aufnahmesituation hin anpasst.

Die wichtigsten Unterschiede in Nikons Voreinstellungen sind im Vergleich zu AUTO, dass

  • P keine ISO-Automatik verwendet und
  • der Blitz manuell zu bedienen ist.

Blende und Belichtungszeit können mit dem Einstellrad verschoben werden, ohne die Gesamtbelichtung zu ändern. Auf dem Monitor erscheint dann ein * neben dem P.

Zum Zurücksetzen ist erneut das Einstellrad zurückzudrehen, bis die Anzeige * verschwindet, die Kamera aus- und wieder einzuschalten oder ein Reset (s. S. 25) durchzuführen.

Empfehlung: P ist meine bevorzugte Betriebsart an der D5200, da sie die eigene Kontrolle über die wichtigsten Kamera-Einstellungen erlaubt und bequemer ist als die Betriebsarten S und A.

Nikon D5200 Betriebsartenwähler, S

B.6 Blendenautomatik S

Erklärung: Blendenautomatik bedeutet, dass Sie eine Belichtungszeit (engl. „shutter“) vorgeben und die D5200 automatisch eine passende Blende wählt.
Die Bezeichnung S ist vom englischen „shutter priority“ abgeleitet.

Die Belichtungszeit ist mit dem Einstellrad an der Rückseite zu ändern.

Sofern Sie mit Blitz fotografieren, ist 1/200 s die kürzest mögliche Belichtungszeit.

Wenn bei der von Ihnen gewählten Belichtungszeit keine korrekte Belichtung möglich ist, erscheint im Sucher rechts neben Blende und Belichtungszeit eine Anzeige, welche Über- bzw. Unterbelichtung entsteht.

Empfehlung: Die wichtigste Anwendung der Blendenautomatik ist die Vorgabe einer kurzen Belichtungszeit, wenn Sie schnell bewegte Motive scharf einfangen wollen. Das können Sie aber auch in der Betriebsart P erreichen, indem Sie am Einstellrad drehen und so die Kombination aus Belichtungszeit und Blende verschieben – oder mit der Zeitautomatik A und Vorgabe der größtmöglichen Blende.
Oder mit Programmautomatik P und einer ISO-Automatik (s. ISO-Empfindlichkeitseinstellung S. 60), die entsprechend früh die ISO-Empfindlichkeit erhöht; dies wäre meine Vorliebe.

Nikon D5200 Betriebsartenwähler, A

B.7 Zeitautomatik A

Erklärung: Zeitautomatik bedeutet, dass Sie eine Blende (engl. „aperture“) vorgeben und die D5200 automatisch eine passende Belichtungszeit wählt.
Die Bezeichnung A ist vom englischen „aperture priority“ abgeleitet.

Die Blende ist mit dem Einstellrad an der Rückseite zu ändern.

Empfehlung: Die Zeitautomatik ist eine Alternative zur Programmautomatik, um durch direkte Vorgabe eines Blendenwertes die Aufnahme zu beeinflussen.

Das können Sie aber auch in der Betriebsart P erreichen (sofern der Blitz ausgeschaltet ist), indem Sie am hinteren Einstellrad drehen und so die Kombination aus Belichtungszeit und Blende verschieben.
Ich verwende die Betriebsart A, wenn ich mit Blitz und einer bestimmten Blende fotografieren möchte, da dann dieser Trick mit dem Einstellrad nicht funktioniert.

Nikon D5200 Betriebsartenwähler, M

B.8 Manuelle Steuerung M

Erklärung: Sie wählen sowohl Belichtungszeit als auch Blende manuell; die Belichtungszeit mit dem Einstellrad und die Blende mit der Belichtungskorrektur-Taste und gleichzeitigem Drehen am Einstellrad.

Die D5200 zeigt lediglich als Einstellhilfe im Sucher an, ob die von Ihnen eingestellte Belichtung höher oder niedriger als die von der Kamera gemessene ist.

Aufgepasst: Die ISO-Automatik (s. S. 60) schaltet sich in der Betriebsart M nicht von alleine ab, so wie es dem Zweck dieser Betriebsart entsprechen würde. Wenn Sie die ISO-Automatik nicht selbst abschalten, variiert die D5200 die ISO-Empfindlichkeit, so dass Sie quasi doch eine Art Belichtungssteuerung haben.

Die Anzeige „bulb“ für die Belichtungszeit bedeutet, dass die D5200 so lange belichtet, wie der Auslöser gedrückt gehalten wird.

Empfehlung: M ist für seltene Anwendungsfälle – wer sie ab und zu verwendet, weiß, warum er das tut. Wer sich erst fragen muss, warum er diese Betriebsart wählen sollte, bleibt am besten einfach bei den anderen.

Nikon D5200 Betriebsartenwähler, EFFECTS

B.9 Spezialeffekte EFFECTS

Erklärung: Hinter „EFFECTS“ verbergen sich praktisch weitere Motivprogramme. Die in dieser Einstellung erreichbaren Programme sind aber eher auf eine bestimmte Bildwirkung oder Verfremdung Ihres Motivs ausgerichtet, zum Teil sogar mit erheblicher nachträglicher Bildbearbeitung.

Wie in der Einstellung SCENE wählen Sie mit dem Einstellrad nach Drücken der info- oder i-Taste ein Programm aus:

Programm Spezifische Einstellungen
Nachtsicht Schwarz-Weiß Wiedergabe Sehr hohe ISO-Empfindlichkeit
Autofokus ausgeschaltet (außer in Live-View)
Blitz: aus
Farbzeichnung Anwendung der nachträglichen Bildbearbeitungs-Funktion Farbzeichnung (s. S. 87)
Miniatureffekt Anwendung der nachträglichen Bildbearbeitungs-Funktion Miniatureffekt (s. S. 87)
Selektive Farbe Anwendung der nachträglichen Bildbearbeitungs-Funktion Selektive Farbe (s. S. 88)
Dieser Effekt erfordert, dass Sie den Live-View Modus (s. S. 20) einschalten. Die OK-Taste ermöglicht die Auswahl der Farben, die erhalten bleiben sollen; beachten Sie die Hinweise zur Bedienung am oberen und unteren Bildschirmrand.
Silhouette Knappere Belichtung für ein dunkleres Bild
Blitz: ausgeschaltet
Picture Control: Landschaft, Kontrast erhöht auf +3
High Key Reichlichere Belichtung für ein deutlich helleres Bild
Blitz: ausgeschaltet
Picture Control: Standard mit vermindertem Kontrast und erhöhter Helligkeit
Low Key Knappere Belichtung für ein deutlich dunkleres Bild
Blitz: ausgeschaltet
Picture Control: Standard mit erhöhtem Kontrast und verminderter Helligkeit

Empfehlung: Noch sieben weitere Programme, die es einfach machen sollen, ansprechende Fotos zu erzielen. Es wird immer schwieriger, alle automatischen „Vereinfachungen“ durchzuprobieren und zu beherrschen.

Experimentieren Sie damit, wenn es Ihnen Spaß macht. Und falls nicht, empfehle ich, die gesparte Zeit in das Studium von Grundlagen-Wissen und das Verständnis investieren, wie solche Effekte zu erzielen sind.

Es ist eine Spielerei, mit den letzten drei Programmen im Live-View-Modus in Echtzeit die Wirkung dieser Effekte zu sehen, mehr aber auch nicht. Wenn Sie diese Effekte nutzen wollen, erzeugen Sie sie besser nachträglich über das Bildbearbeitungs-Menü (s. S. 84).