Nikon D200 Aufnahme-Menü

Aufnahmekonfiguration

Erklärung: Von den Einstellungen im Aufnahme-Menü lassen sich vier verschiedene Varianten anlegen, genannt „Aufnahmekonfiguration“.

Das Prinzip ist:

  • Über diesen ersten Menüpunkt lässt sich eine Konfiguration A-D auswählen und ggf. mit einem eigenen Namen versehen.
  • Änderungen in den Menüs wirken sich immer nur auf die gerade gewählte Konfiguration, nicht auf die anderen Konfigurationen aus.

Tipps: Ich benutze diese Aufnahmekonfigurationen nicht. Der Hauptgrund ist, dass eine einmal erstellte Konfiguration nicht gegen Änderungen geschützt ist.
Jedesmal, wenn Sie eine Konfiguration aufrufen und eine Einstellung ändern, bleibt die Änderung dauerhaft bestehen, auch wenn Sie zu einer anderen Konfiguration wechseln und dann wieder zurückkehren.

Die Konfigurationen sind also keine zuverlässigen Grundeinstellungen für verschiedene Situationen, man muss trotzdem jedesmal aufpassen, welche Einstellungen aufgrund kürzlich gemachter Änderungen nicht passen.

Ich benutze stattdessen lieber ein einfaches Schema, um die D200 vor neuen Situationen oder nach einer Weile der Nichtbenutzung zurückzusetzen.

Als einzige kleine Ausnahme sehe ich die Verwendung verschiedener Objektivdaten, wie sie weiter unten erklärt ist.

Zurücksetzen

Erklärung: Auswahl dieses Punktes und Bestätigen mit „Ja“ setzt alle Einstellungen der aktuellen Aufnahmekonfiguration auf ihre von Nikon vorgesehenen Standardwerte zurück.
Tipps:

Tipps: Vollständige Tipps zu allen Kamera-Menüs sind in der Nikon D200-Anleitung als PDF-Dokument oder Buch enthalten.

Ordner

Dieses Menü ermöglicht es, Unterordner zum Speichern neuer Bilder festzulegen:

  • Es kann ein neuer Ordner auf der Speicherkarte gelegt werden, wobei sich nur die dreistellige, im Dateinamen enthaltene Nummer von 100-999 frei wählen lässt.Neue Aufnahmen werden dann in diesem Ordner gespeichert.
  • Es kann ein bestehender Ordner ausgewählt werden, um darin alle neuen Aufnahmen zu speichern.

Dateinamen

Erklärung: Hier lassen sich die drei standardmäßig für den Anfang des Dateinamens verwendeten Buchstaben „DSC“ durch ein eigenes Kürzel ersetzen.

Bildoptimierung

Erklärung: Hier sind die wichtigen Einstellungen für die Bildwirkung wie Kontrast, Sättigung etc. zu finden, die das Aussehen der von der D200 erzeugten JPG-Bilder bestimmen.

Es gibt grundsätzlich drei Wahlmöglichkeiten:

  • normal – Die Feinabstimmung bezüglich Schärfe, Kontrast, Sättigung und Farbe werden vollautomatisch vorgenommen
  • benutzerdefiniert – Folgende Einstellungen können dann einzeln manuell vorgenommen werden:
    Scharfzeichnung: automatisch oder in 5 Stufen von -2 bis +2
    Tonwertkorrektur (=Kontrast): in 3 Stufen –, neutral, +). Zusätzlich gibt es die Auswahl „benutzerdefiniert“, die es erlaubt, eine über die Nikon-Software Capture erstellte Tonwertkurve zu verwenden.
    Farbwiedergabe: I, II oder III.
    I ist der Standardwert (von Nikon empfohlen für Porträts).
    II steht nur bei Auswahl des Farbraums AdobeRGB (s. nächster Menüpunkt) zur Verfügung.
    III bietet etwas kräftigere Farben (von Nikon empfohlen für Natur und Landschaft)
    Farbsättigung: automatisch, –, normal oder +
    Farbtonkorrektur: von -9° bis +9°
  • ein vordefiniertes Programm für eine beabsichtigte Bildwirkung, wobei die Anpassung der zuvor genannten Einstellungen automatisch erfolgt.
    (Auswahlmöglichkeiten weicher, brillant, intensiv, Porträt, schwarzweiß)

Farbraum

Erklärung: Bietet die Wahl zwischen

  • Farbraum sRGB – dem Standard mit je 256 Abstufungen für rot, grün, blau, wie er allen Darstellungen am Computermonitor zugrundeliegt
  • Farbraum Adobe RGB – ein von Adobe entwickelter eigener Farbraum, um für gedruckte Bilder eine größere Breite an Farben zu erreichen.
    Dieser Farbraum hat aber auch Tücken und kann sogar schlechtere Ergebnisse erzielen, wenn er in sRGB umgewandelt wird.

Bildqualität

Erklärung: Gleiche Einstellungsmöglichkeiten für das Dateiformat wie über die „QUAL“-Taste zusammen mit dem vorderen Einstellrad

Bildgröße

Erklärung: Gleiche Einstellungsmöglichkeiten für die Bildauflösung wie über die „QUAL“-Taste zusammen mit dem hinteren Einstellrad

JPEG-Komprimierung

Erklärung: Diese Einstellung beeinflusst die Methode, wie Bilder in komprimierte JPG-Dateien umgerechnet werden:

  • „Dateigrößenpriorität“ versucht, stets annäherend gleiche Dateigrößen zu erzeugen.
    Die JPG-Komprimierung arbeitet aber bei glatten Flächen weit effektiver als bei detailreichen Bildern. Entsprechend bedeutet die Vorgabe einer Dateigröße, mitunter Qualität zu opfern oder Speicherplatz zu verschwenden, wenn sich das Bild ohne sichtbaren Verlust weiter komprimieren ließe.
  • „Optimale Bildqualität“ passt die JPG-Komprimierung an das Motiv an und komprimiert entsprechend detailreiche Motive weniger stark als andere.

NEF-Komprimierung

Erklärung: Hier lässt sich einstellen, ob Bilder im RAW-Format (bei Nikon „NEF“ genannt) komprimiert (ca. 9 MB pro Bild) gespeichert werden oder nicht (ca. 16 MB pro Bild).

Weißabgleich

Erklärung: wie zuvor Bildqualität und Bildgröße – gleiche Einstellungsmöglichkeiten wie über die „WB“-Taste am Gehäuse

Ausnahme: Die für einen manuellen Weißabgleich verwendeten Referenzbilder sind hier als Miniaturansicht verfügbar und wer bestimmte manuelle Weißabgleich-Einstellungen wiederholt verwenden möchte, kann den anonymen Kürzeln d-0 bis d-4 hier auch eine Klartext-Bezeichnung zuordnen.

Langzeitbelichtung

Hier geht es nicht darum, Langzeitbelichtungen selber ein- oder auszuschalten, sondern eine spezielle Reduzierung des Bildrauschens für Langzeitbelichtungen.

Wenn sie eingeschaltet ist, erstellt die Kamera nach einer Langzeitbelichtung von mehr als 8 Sekunden eine zweite Aufnahme bei geschlossenem Verschluss, um das Bildrauschen einer Aufnahme bei völliger Dunkelheit zu ermitteln.

Diese kann benutzt werden, um das Rauschen aus der eigentlichen Aufnahme herauszurechnen.

Hohe Empfindlichkeit

Erklärung: Hier lässt sich einstellen, ob bei höheren ISO-Empfindlichkeiten eine Rauschunterdrückung in der internen Nachbearbeitung vorgenommen werden soll.

Ist sie eingeschaltet, wird ab einer Empfindlichkeit von 400 ISO eine nachträgliche Rauschunterdrückung angewendet.

Eine stärkere Rauschunterdrückung bedeutet glatter, gefälliger wirkende Bilder, aber es gehen auch Oberflächenstrukturen verloren.

ISO-Empfindlichkeit

Erklärung: Gleiche Einstellungsmöglichkeiten wie über die „ISO“-Taste auf der Gehäuse-Oberseite

Bildmontage

Dieses Menü ermöglicht es, zwei zuvor im RAW-Format gemachte Aufnahmen übereinanderzulegen und das Ergebnis als eigenes Bild zu speichern.

Mehrfachbelichtung

Erklärung: Ermöglicht Mehrfachbelichtungen wie bei manchen analogen Spiegelreflexkameras: Die Kamera nimmt mehrere Bilder auf, ohne den Film weiter zu transportieren.

Das Ergebnis sieht so aus, als ob man verschiedene Dias übereinander projiziert.

In dem Menü ist einzustellen, wie viele Aufnahmen erstellt werden sollen und ob die Belichtung automatisch (nach unten) korrigiert werden soll, damit die „Summe“ aller Bilder nicht überbelichtet wird.

Anschließend ist so oft auszulösen, bis die gewünschte Anzahl Bilder erstellt ist; währenddessen zeigt das Display auf der Oberseite zwei überlappende Rechtecke an.

Am Ende speichert die D200 die Überlagerung aller Aufnahmen als ein Bild – die Einzelaufnahmen bleiben nicht erhalten!

Intervallaufnahme

Erklärung: Die D200 lässt sich programmieren, eine bestimmte Zahl an Bildern in vorab definierten Abständen zu machen; entweder sofort beginnend oder zu einer festgelegten Startzeit.

Die dazu erforderlichen Einstellungen sind:

  • Beginn sofort oder zu einer festgelegten Startzeit
  • Abstand zwischen den einzelnen Aufnahmezeitpunkten in Stunden, Minuten, Sekunden
  • Anzahl der Zeitpunkte, zu denen Aufnahmen gemacht werden sollen und wieviele Bilder zu jedem Zeitpunkt gemacht werden sollen
  • abschließend Bestätigung durch Auswahl von „Ein“ oder Abbruch durch „Aus“, hierzu die Enter-Taste links unten benutzen!

Die Aufnahmen beginnen dann sofort oder zu dem festgelegten Startzeitpunkt, ohne dass der Auslöser gedrückt werden muss. Und die D200 fokussiert vor jeder Auslösung neu.

Unterbrechen lässt sich eine laufende Intervallaufnahme am einfachsten durch die Enter-Taste links unten auf der Rückseite.

Objektivdaten

Erklärung: Wer ältere Objektive ohne CPU an der D200 verwendet, kann hier der D200 die Lichtstärke und Brennweite mitteilen.

Dadurch werden die Objektivdaten korrekt in den EXIF-Informationen auftauchen, die eingestellte Blende kann korrekt im Sucher angezeigt werden und die Matrix-Belichtungsmessung funktioniert zuverlässiger.

Die Verwendung älterer Objektive ohne Autofokus ist allerdings ein komplexeres Thema für sich, das hier nicht vollständig dargestellt werden kann.