Nikon D200-Bedienelemente an der Oberseite

WB-Taste (Weißabgleich)

D200 Weissabgleich-TasteErklärung: Zur Einstellung des Weißabgleichs die Taste gedrückt halten und gleichzeitig die Einstellräder bewegen:

  • Das hintere Einstellrad wählt die im Sucher unten rechts angezeigte Art des Weißabgleichs:
    A für automatisch,
    die Symbole Symbol WB=Glühlampe (Glühlampe) bisSymbol WB=Schatten (Schatten) für die jeweils angedeutete Lichtart,
    K für die direkte Angabe einer Farbtemperatur in K (Kelvin) und
    PRE für einen manuellen Weißabgleich mit einer Graukarte oder einer anderen neutralen Fläche.
  • Das vordere Einstellrad ist in seiner Wirkung von der Art des Weißabgleichs abhängig.
    Für die Symbole von A bisSymbol WB=Schatten gilt: Das vordere Einstellrad erlaubt eine Feinabstimmung, Werte von -3 bis -1 verringern den Blauanteil und sorgen für etwas wärmere Farben; Werte von +1 bis +3 erhöhen den Blauanteil und sorgen für etwas kühlere Farben.
    Für das Symbol K gilt: Das vordere Einstellrad erlaubt die direkte Angabe einer Farbtemperatur. 5200K ist der Standardwert für Tageslicht; niedrigere Werte sind für wärmeres (=rötlicheres) Licht und bewirken eine Korrektur hin zu kühleren (=bläulicheren) Farben; bei höheren ist es umgekehrt.

    Für das Symbol PRE gilt: Das vordere Einstellrad erlaubt die Auswahl zwischen fünf gespeicherten manuellen Einstellungen, erkennbar durch die Nummerierung von „d-0“ bis „d-4“ oben links im Sucher.

Den manuellen Weißabgleich bei der Einstellung PRE nimmt man wie folgt vor: Taste WB loslassen & erneut drücken, bis das Symbol PRE blinkt, dann die Kamera auf eine neutral graue oder weiße Fläche halten und auslösen. Die Auslösung erstellt kein Bild, sondern dient nur dem Weißabgleich. Blinkt nach der Aufnahme ein paar Sekunden „good“ auf dem LCD-Display und „GD“ im Sucher, war der Abgleich erfolgreich.

Den gespeicherten manuellen Weißabgleichen d-0 bis d-4 kann über das Aufnahme-Menü Weißabgleich auch eine Bezeichnung zugeordnet werden, wenn man sie dauerhaft benutzen möchte.

Tipps: Eine der wirklich wichtigen Einstellungen! Gute Farbwiedergabe ist nunmal entscheidend für gute Fotos.
Ich lasse den Weißabgleich bei sonnigem Wetter auf A für Automatik und setze ihn bei Wolken oder im Schatten oft manuell auf die entsprechenden Werte.

Die Farbänderungen durch die Feineinstellungen von -3 bis +3 sind tatsächlich recht fein; ich finde sehr schwer, bei der Aufnahme einen optimalen Wert einzustellen und nehme lieber nachträglich eine leichte Korrektur vor, indem ich Rot- und Blauanteile etwas verschiebe.

Bei Wolken und Schatten tendiert die D200 zu etwas kühleren Farben; mit einer manuellen Auswahl von Wolken oder Schatten ergeben sich wärmere Farben.
Bei Glühlampenlicht ist der automatische Weißabgleich zu warm, auch hier bringt das manuell eingestellte Symbol bessere Ergebnisse.
Wenn es auf wirklich gute Farbwiedergabe ankommt, ist man mit dem manuellen Weißabgleich an einer neutral grauen oder weißen Fläche auf der sicheren Seite.

Da Farbwiedergabe aber auch eine Geschmackssache ist: unbedingt mit eigenen Einstellungen probieren und bewusst beobachten, welche am besten gefallen.

QUAL-Taste

D200 QUAL-TasteErklärung: Taste gedrückt halten und

  • …mit dem vorderen Einstellrad die Bildauflösung wählen:
    L für ~10 MP (3.872 x 2.592 Pixel)
    M für ~5,6 MP (2.896 x 1.944 Pixel)
    S für ~2,5 MP (1.936 x 1.296 Pixel)
  • …mit dem hinteren Einstellrad das Dateiformat und die Komprimierung wählen:
    nur RAW =immer höchste Auflösung; in diesem Fall verschwindet die Anzeige L/M/S für die Bildauflösung
    FINE / NORMAL / BASIC = nur JPG-Dateien mit unterschiedlicher Komprimierung
    RAW + JPG FINE / NORMAL / BASIC = RAW und JPG-Dateien

Tipps: Ich benutze meist Auflösung „M“ und Komprimierung „BASIC“.

BASIC bietet keine sichtbaren Qualitätsverluste, aber deutlich kleinere Dateien, sofern man den Eintrag JPEG-Komprimierung im Aufnahme-Menü auf „optimale Bildqualität“ setzt!

Wenn gute Qualität für Ausschnittsvergrößerungen oder große Abzüge wichtig ist, empfehle ich die Auflösung L.

Und nur selten, wenn es wirklich darauf ankommt, benutze ich die Option „RAW+BASIC“ für größtmögliche Freiheit in der nachträglichen Bearbeitung – vor allem, um bei schwierigen Lichtverhältnissen den Weißabgleich (=Farbwiedergabe!) besser korrigieren zu können und um bei hohem Bildkontrast aus hellen und dunklen Stellen etwas mehr Details herauszuholen.

ISO-Taste

D200 ISO-TasteErklärung: Drücken dieser Taste und Drehen am hinteren Einstellrad lässt die ISO-Empfindlichkeit des Sensors auswählen.
Eine höhere Empfindlichkeit bringt kürzere Belichtungszeit (=weniger Verwacklungs- und Bewegungsunschärfe), aber ein höheres Bildrauschen (=schlechtere Bildqualität).

Die für eine Aufnahme tatsächlich verwendete ISO-Empfindlichkeit kann höher als der manuell eingestellte Wert liegen, wenn im Menü Individualfunktionen die Funktion b1 ISO-Automatik aktiviert ist.

Die höchstmögliche Empfindlichkeit von ISO 3200 kann nur eingestellt werden, wenn die ISO-Automatik ausgeschaltet ist. Die Empfindlichkeit von ISO 3200 wird im Sucher als „H1“ angezeigt.

Tipps: Mein Standardwert: 100 ISO und die ISO-Automatik stellt einen höheren Wert ein, falls nötig.

Das passt für die meisten aus der Hand fotografierten Situationen und ich greife nur ab und zu ein, wenn ich z.B. für bewegte Motive eine kürzere Zeit brauche.

Das Bildrauschen ist spätestens bei ISO 1600 sichtbar und bei ISO 3200 deutlich sichtbar – ISO 3200 ist nur zu empfehlen, wenn es das kleinere Übel als eine Verwacklung durch zu lange Belichtungszeit ist.

Auslöse-Modus

D200 AufnahmebetriebsartenschalterErklärung: Drücken des kleinen Knopfes links hinter „QUAL“ entriegelt das Rädchen und lässt folgende Einstellungen zu:

  • S: Einzelbilder („single“) – ein Foto für jeden Druck auf den Auslöser
  • CL: Serienbilder, niedrige Geschwindigkeit („continuously, low“) – Die D200 erstellt fortlaufend Bilder, solange der Auslöser gedrückt wird. Die Geschwindigkeit von ca. 1-4 Bildern pro Sekunde ist einstellbar über das Menü Individualfunktionen, d4 Lowspeed-Bildrate.
  • CH: Serienbilder, hohe Geschwindigkeit („continuously, high“) – Fortlaufende Bilder mit maximaler Geschwindigkeit (ca. 5 Bilder/Sekunde), solange der Auslöser gedrückt wird
  • Selbstauslöser – Nach Drücken des Auslösers vergeht eine in dem Menü Individualfunktionen, c4 Selbstauslöser einstellbare Zeit bis zur eigentlichen Auslösung.
  • MUP: Spiegelvorauslösung („Mirror up“) – Nach dem Drücken des Auslösers schwenkt der Spiegel nach oben und erst nach 30 sec. oder einem zweiten Druck auf den Auslöser erfolgt die eigentliche Belichtung.
    Das hilft, Verwacklungen durch die Bewegung des Spiegels auszuschließen.

Tipps: wichtiges Einstellrad, das zum Grund-„Handwerkszeug“ im Umgang mit der D200 gehört.

Normalerweise sollte dieser Schalter auf „S“ für Einzelbilder stehen. Man kann ihn aber auch auf „CL“ stellen und sich angewöhnen, ihn für Einzelbilder nur kurz zu drücken. Dann kann man bei Bedarf sofort auch mehrere machen, indem man einfach den Auslöser länger drückt. Dies ist sehr nützlich bei längeren Belichtungszeiten mit Verwacklungsgefahr – einfach ein paar Aufnahmen machen und alle außer der schärfsten löschen.

Die Spiegelvorauslösung empfehle ich nicht, es sei denn man hat die Geduld, 30 Sekunden zu warten oder benutzt ein Kabel zu Fernauslösung. Andernfalls ist das erneute Drücken des Auslösers auch eine Verwacklungsgefahr.

Und mit einer Spiegelvorauslösung über das Menü Individualfunktionen, d5 Spiegelvorauslösung zusammen mit dem auf 2 Sekunden eingestellten Selbstauslöser fährt man besser.

Bei Verwendung des Selbstauslösers sollte man entweder beim Drücken des Auslösers wie sonst auch durch den Sucher schauen oder den Sucher abdecken (es genügt dafür auch die Abdeckung mit der Hand im Moment des Auslösens anstelle der extra für diesen Zweck mitgelieferten Kappe). Andernfalls kann durch den Sucher einfallendes Streulicht die Belichtungsmessung stören.

Belichtungssteuerung

D200 BelichtungssteuerungErklärung: Ein Drücken dieser Taste erlaubt, mit dem hinteren Einstellrad die Belichtungssteuerung (=Festlegung von Blende und Belichtungszeit) zu wählen:

  • P: Programmautomatik – Die Kamera wählt vollautomatisch Blende und Belichtungszeit.
    Beide können mit dem hinteren Einstellrad verschoben werden, ohne die Gesamtbelichtung zu ändern. Im Display erscheint dann ein * neben dem P.
    Zum Zurücksetzen erneut das hintere Einstellrad drehen, bis die Anzeige * verschwindet, die Kamera aus- und wieder anschalten oder einen Reset durchführen.
  • S: Blendenautomatik – Die Kamera wählt automatisch eine passende Blende zu einer manuell ausgewählten Belichtungszeit („shutter“).
    Die Belichtungszeit wird mit dem hinteren Einstellrad gewählt.
  • A: Zeitautomatik – Die Kamera wählt automatisch eine passende Belichtungszeit zu einer manuell ausgewählten Blende („aperture“).
    Die Blende wird mit dem vorderen Einstellrad gewählt.
  • M: manuell – Sowohl die Belichtungszeit (hinteres Einstellrad) als auch die Blende (vorderes Einstellrad) wird manuell eingestellt.
    Als Einstellhilfe zeigt eine Skala im Sucher, wie sich die eingestellte Belichtung zum automatisch ermittelten Wert verhält: Die Skala in der Mitte zeigt unter der „0“ kleine Striche nach rechts, hin zum Minus, wenn die manuell eingestellte Belichtung dunkler als die automatisch gemessene ist und entsprechende Markierungen nach links für eine reichlichere Belichtung. Jeder Punkt der Skala entspricht einem Lichtwert.
    Achtung: Die ISO-Automatik schaltet sich im Modus M nicht automatisch ab; sie muss über die Menüs ausgeschaltet werden, um die manuelle Belichtungssteuerung sinnvoll verwenden zu können.

Tipps: Die Programmautomatik P ist fast immer die beste Wahl und falls nötig, lässt sich mit dem hinteren Einstellrad eine andere Zeit-/ Blendenkombination einstellen, ohne die Belichtungssteuerung zu ändern. So lässt sich z.B. eine kürzere Belichtungszeit für bewegte Motive oder eine Blende 8 oder 11 für bestmögliche Schärfe wählen.

Wer bisher Zeit- oder Programmautomatik nicht benutzt und die Möglichkeit, eine Blende oder Belichtungszeit gezielt vorzuwählen, nicht vermisst, wird auch keinen Vorteil durch sie haben.

Für bestmögliche Schärfe ist es wichtig, die günstigste Blende zu kennen; die alte Regel von analogen Spiegelreflex-Kameras „kleinere Blende = bessere Schärfe“ gilt bei den kleineren Sensoren von Digitalkameras nicht mehr!

Belichtungskorrektur-Taste

D200 Belichtungskorrektur-TasteErklärung: Taste gedrückt halten und mit dem hinteren Einstellrad die Belichtungskorrektur in Lichtwerten einstellen. Jede Kamera – auch die allerteuerste – braucht regelmäßig eine Belichtungskorrektur!

Egal wie viel Elektronik darin steckt, die Belichtungsmessung kann nur die einfallende Lichtmenge (und bei der D200 auch die Farbe) auswerten. Ob eine bestimmte Fläche im Bild aber ein hell angestrahltes grau oder ein schwach beleuchtetes Weiß ist, kann die Kamera heute genausowenig wissen wie vor 50 Jahren.
Und ob der Fotograf gerne ein etwas heller oder düsterer wirkendes Bild hätte, erst recht nicht.

Tipps: wichtig!

Schwieriger als die Bedienung ist allerdings die Beurteilung, wann welche Belichtungskorrektur nötig ist. Das ist ein eigenes Thema, das nicht in diese knappe Übersicht passt und für alle Kameras gleichermaßen gilt.

Am einfachsten ist, die Aufnahmen auf dem Monitor mit ihrem RGB-Histogramm zu kontrollieren und dann ggf. eine Korrektur einzustellen und eine neue Aufnahme machen.

Wenn im RGB-Histogramm keine Spitzen am ganz linken und ganz rechten Rand auftreten, sind wenigstens keine Über- und Unterbelichtungen vorhanden und die Bildhelligkeit lässt sich auch nachträglich am Computer regulieren.

Auslöser

D200 Auslöser

Erklärung: Zum Auslösen

  • andrücken bis zum ersten leichten Widerstand, um Autofokus und Belichtungsmessung zu aktivieren
  • weiter durchdrücken, um auszulösen

Die Aktivierung des Autofokus lässt sich über das Menü Individualfunktionen a6-AF-Aktivierung unterdrücken.

Tipps: häufig benutzen! und vorher nachdenken 😉

Ein-/Ausschalter

D200 Ein- / AusschalterErklärung: Ein kurzes Ziehen nach rechts (so dass das Glühbirnen-Symbol an den weißen Strich kommt) schaltet für ca. 10 sec die Beleuchtung des Displays ein.
Tipps: Die schnell erreichbare Display-Beleuchtung ist im Dunkeln sehr nützlich.

Ansonsten verbraucht die Kamera im eingeschalteten Zustand praktisch keinen Strom und es genügt, sie auszuschalten, wenn sie in ihrer Tasche verschwindet.

Reset

Erklärung: Ein gleichzeitiges Drücken der beiden Knöpfe, neben denen ein grüner Punkt ist (QUAL und Belichtungskorrektur) bewirkt ein Rücksetzen wichtiger Einstellungen auf ihre Standardwerte:

  • Fokusmessfeld: mittleres
  • Belichtungssteuerung = P (Programmautomatik)
  • Belichtungskorrektur = +/- 0
  • Belichtungsmesswertspeicher = aus
  • Belichtungsreihen (Bracketing) = aus
  • Blitzsynchronisation = Standardwert „erster Verschlussvorhang“
  • Blitzbelichtungs-Korrektur = +/- 0
  • Blitzbelichtungs-Speicher = aus
  • Bildqualität = JPG NORMAL
  • Auflösung = L (~10 MP)
  • Weißabgleich = automatisch
  • ISO-Empfindlichkeit = 100

Tipps: nützliche Hilfe!

Es werden wirklich alle Einstellungen zurückgesetzt, die man möglicherweise für einzelne Bilder verändert hat und die Menüeinstellungen, die man üblicherweise länger benutzt, unverändert gelassen.

Siehe hierzu auch die etwas ausführlichere Empfehlung zum Zurücksetzen aller laufend benötigten Einstellungen.

Speicherkarte formatieren

D200 Tasten zum Formatieren der SpeicherkarteErklärung: Dies ist eine Abkürzung, um die Speicherkarte ohne Menüs zu formatieren:

  • beide Knöpfe mit der roten Beschriftung „FORMAT“ (Papierkorb-Symbol an der Rückseite und Belichtungssteuerung vor dem Auslöser) ca. zwei Sekunden gedrückt halten
  • im Display erscheint „For“; erneutes Drücken der beiden Knöpfe bewirkt jetzt ein Formatieren der Speicherkarte (und Löschen aller Bilder!);

    Drücken irgendeiner anderen Taste bricht ohne Formatierung ab.

Tipps: Die Formatierung sollte gelegentlich nach dem Übertragen aller Bilder auf den Computer durchgeführt werden, um Schreibfehlern auf der Speicherkarte vorzubeugen.

Profis tun dies regelmäßig nach jedem Überspielen, um auf Nummer sicher zu gehen.

Einstellräder

D200 EinstellräderErklärung: Sie sind hier nur der Vollständigkeit halber gelistet und haben eigentlich keine eigene Funktion.

Sie verändern die Werte für Blende und Belichtungszeit, wenn die Belichtungsmessung aktiv ist und dienen sonst zum Einstellen von Werten für andere gleichzeitig gedrückte Tasten. Sofern man das Menü Individualfunktionen, b5 Belichtungskorrektur auf „Einstellrad“ geändert, kann das vordere Einstellrad auch direkt zur Einstellung einer Belichtungskorrektur benutzt werden.

Tipps: Wer mit der Handhabung der Räder nicht glücklich ist, kann im Menü Individualfunktionen, f5 Einstellräder deren Wirkung verändern. Wer die dort möglichen Änderungen aber bisher nicht vermißt hat, sollte sie einfach ignorieren und wird auch weiterhin ohne sie auskommen.