Die Lichtstärke

Was ist die Lichtstärke?

Die Lichtstärke eines Objektivs ist die kleinstmögliche Blendenzahl (=größtmögliche Blendenöffnung), die ein Objektiv erreichen kann.

Da eine kleine Blendenzahl kürzere Belichtungszeiten ermöglicht, ist sie entscheidend dafür, wie gut ein Objektiv bei schwachem Licht verwendet werden kann. Wichtig ist die Lichtstärke auch bei gutem Tageslicht, wenn z.B. bei der Sportfotografie kurze Belichtungszeiten nötig sind, um Bewegungen scharf einzufangen.

Bei vorgegebener Brennweite lässt sich die Lichtstärke nur durch den Objektivdurchmesser vergrößern, d.h. indem durch eine größere Linse vorn am Objektiv mehr Licht einfällt.
Kompaktkameras arbeiten mit kleinen Sensoren (→kleineren Brennweiten), geben sich mit geringerer Lichstärke zufrieden und kommen so mit Objektiven aus, die mitunter nur eine daumennagelgroße Linse haben.
Am anderen Ende der Skala stehen bei hohen Ansprüchen Kameras mit großen Bildsensoren für höhere Bildqualität (→größere Brennweite) und Objektive für fernrohrartige Teleaufnahmen (→noch größere Brennweite) und kurze Belichtungszeiten (→hohe Lichtstärke) – alles drei zusammen führt zu den unterarmlangen Teleobjektiven mit hinterherkommen Frontlinsen, wie man sie bei Tierfotografen oder auch Sportfotografen am Rande jeder Fußballübertragung sieht.

Die praktische Bedeutung der Lichtstärke

Die obige Erklärung zeigt schon, um welchen Kompromiss es bei der Lichtstärke geht: Eine hohe Lichtstärke (=kleine Zahlenwerte) bringt kurze Belichtungszeiten und eine gute Eignung bei schwächerem Licht und für bewegte Objekte. Sie bringt aber aber auch größere und schwerere Objektive.

Sehr lichtstarke Objektive haben eine Lichtstärke von 1 und sind aber selten zu finden. Noch höhere Lichtstärken unter 1 gibt es nur für wenige Spezialanwendungen und spielen in der Fotopraxis keine Rolle.
Lichtstärke 1,4 gilt auch noch als sehr lichtstark. Lichtstärke 2 und 2,8 betrachte ich persönlich immer noch als gut.
Geringere Lichtstärken wird man in Kauf nehmen müssen, wenn die Objektive sehr klein sind, bei starken Teleobjektiven (sofern diese keinen vierstelligen Betrag kosten sollen) und auch bei starken Zoomobjektiven, die eine geringere Lichtstärke als Objektive mit fester Brennweite haben.

Beachten Sie auch die Auswirkungen auf die Belichtungszeit: Eine um einen Lichtwert höhere Lichtstärke bedeutet eine halbe Belichtungszeit, zwei Lichtwerte ein Viertel etc.
Beispiel: Wenn Sie ein Objektiv mit Lichtstärke 1,4 anstelle von 4 einsetzen, liegen dazwischen drei Lichtwerte (von Blende 1,4 zu den nächsten Blenden 2 – 2,8 – 4 ist je ein Lichtwert Unterschied).
Das bedeutet, Sie können bei Lichtstärke 1,4 mit 1 / 8 der Belichtungszeit arbeiten wie bei Lichstärke 4. Und das heißt, dass Sie durch eine Lichtstärke von 1,4 statt 4 bei schwachem Licht oft eine entscheidende Verkürzung der Belichtungszeit erreichen, die ein sichtbares Verwackeln der Bilder verhindert.