Was in einer Digitalkamera geschieht

Die Vorgänge in einer Digitalkamera lassen sich nach ihrer zeitlichen Reihenfolge – vor, während und nach der Belichtung – gruppieren:

Was in einer Digitalkamera geschieht

Vor der Belichtung

Was in einer Digitalkamera geschieht - vor der BelichtungVor der Belichtung zeigt die Digitalkamera eine Bildvorschau an, entweder auf dem Kamera-Monitor oder in einem Sucher.
Ferner geschehen drei grundlegende Dinge, wie bereits über Jahrzehnte vor dem Aufkommen der digitalen Fotografie:

  • Fokussieren = das Einstellen des Objektivs auf eine Entfernung, die exakt scharf abgebildet wird – die Aufgabe des Autofokus.
  • Die Belichtungsmessung und die Belichtungssteuerung legen die Belichtung fest.
  • Eine Kameraautomatik oder Sie entscheiden über die Blitzsteuerung: Ob die Aufnahme mit Blitz gemacht werden soll, wann der Blitz gezündet werden soll – die Blitzsynchronisation – und wie hell der Blitz aufleuchten soll; Letzteres kann mit einer Blitzbelichtungskorrektur beeinflusst werden.

Während der Belichtung

Was in einer Digitalkamera geschieht - während der Belichtung

Während der Belichtung gelangt Licht durch die Linsen des Objektivs auf den Bildsensor. Dabei treten Abbildungsfehler auf, z. B. Verzerrungen, die gerade Linien leicht gekrümmt erscheinen lassen.
 
Das Foto entsteht durch die Belichtung, d.h.

  • für die Dauer der Belichtungszeit
  • fällt durch eine Öffnung im Objektiv – die BlendeLicht auf den Bildsensor
  • und wird je nach gewünschter Lichtempfindlichkeit des Sensors – der ISO-Empfindlichkeit – verstärkt.

Heutzutage ist es üblich, dass dabei ein Verwackelungsschutz versucht, Kamerabewegungen während der Belichtungszeit zu kompensieren, um Bildunschärfen zu verringern.

Nach der Belichtung

Was in einer Digitalkamera geschieht - nach der BelichtungNach der Belichtung liegen sogenannte Rohdaten vom Bildsensor vor.
Abhängig von Ihrer Kamera und wie sie eingestellt ist, erhalten Sie diese als eigene Datei oder nicht. Falls ja, benötigt die RAW-Datei weitere Bearbeitung und spezielle Software zum Betrachten.
Zusätzlich kann die kamera-interne Bildverarbeitung
aus den Rohdaten eine „fertige“ Datei zum Betrachten mit beliebigen Programmen erstellen – fast immer im JPG-Format.

Die Bearbeitungsschritte bis dorthin sind:

  • Bayer-Interpolation – ein rein technischer Schritt, der die von fast allen Bildsensoren nebeneinander einzeln aufgenommenen Grundfarben Rot, Grün und Blau zu Bildpunkten mit allen drei Farbanteilen zusammenfasst
  • Weißabgleich
    = Korrektur der Farbwiedergabe
  • Bildoptimierung = Feinabstimmung von Kontrast, Farbsättigung, Scharfzeichnung, Helligkeit und Rauschreduzierung
  • Je nach Kamera-Modell können beliebige zusätzliche Funktionen fortgeschrittener Bildbearbeitung für weitere Bildverbesserung, zusätzliche Spezialeffekte oder marketing-wirksame Spezialitäten hinzukommen.
  • Abschließend werden die Bilddaten in eine JPG-Datei umgewandelt, dabei ist vor allem der Grad der Datenkomprimierung festzulegen und es kann die Bildgröße reduziert werden.