Zusammenfassung und Empfehlungen

Für das Verständnis, wie verschiedene Methoden der Belichtungsmessung arbeiten, sind zwei Grundsätze wichtig:

  • Belichtungsmessungen sind so geeicht, dass sie kontrastarme Motive als mittlere Helligkeit wiedergeben.
  • Der Bildsensor Ihrer Kamera kann nur geringere Helligkeitsunterschiede als das menschliche Auge verarbeiten.
    Bei zu hohen Kontrasten treten unweigerlich über- und unterbelichtete Stellen auf, in denen keine Details mehr zu erkennen sind.

Die verschiedenen Arten der Belichtungsmessung unterscheiden sich darin, an welchen Stellen des Bildes sie die Helligkeit messen und wie daraus eine mittlere Helligkeit ermittelt wird:

Mehrfeld- oder Matrixmessung

  • Helligkeitsmessung an vielen Stellen über das ganze Bild hinweg
  • komplexe Programmlogik, um daraus eine ausgewogene Belichtung zu ermitteln

Spot-Messung

  • Helligkeitsmessung nur an einer kleinen Stelle in der Mitte oder wo der Autofokus scharfstellt
  • zur Messung verwendete Stelle wird als mittlere Helligkeit im Bild erscheinen

Mittenbetonte Integralmessung

  • Helligkeitsmessung über das ganze Bild und die Mitte wird stärker gewichtet
  • Ergebnis: Bei kontrastarmen Motiven insgesamt mittlere Bildhelligkeit, bei stärkeren Kontrasten wird ein deutlich helleres oder dunkleres Hauptmotiv in der Bildmitte wird nicht so leicht über- oder unterbelichtet

Situationsabhängig können die Methoden unterschiedliche Korrekturen benötigen, richtig angewendet führen sie alle zu guten Ergebnissen.

Die moderne Mehrfeld- oder Matrixmessung ist die üblichste, aber die anderen Methoden haben auch ihre Anhänger. Es ist eine Frage der persönlichen Vorliebe und mitunter über lange Jahre erworbenen Gewohnheit, wie Sie die folgenden Vor- und Nachteile für sich bewerten:

  moderne Matrix- oder Mehrfeldmessung Spot- und mittenbetonte Integralmessung
Vorteile
  • Bequemlichkeit
  • gute Ergebnisse in den allermeisten Situationen
  • volle eigene Kontrolle über die Belichtung
  • Ergebnisse sind mit entsprechender Erfahrung und Hintergrundwissen zuverlässig vorherzusagen
  • Nachteile Ergebnisse können situationsabhängig schwanken und sind nicht immer exakt vorherzusagen erfordert mehr Aufwand und Hintergrundwissen

    Der Belichtungsspeicher ist die einfachste Möglichkeit, die Belichtungsmessung selber zu beeinflussen, indem man den Bildausschnitt wählt, an dem die Kamera die Belichtung messen soll. Er kann mit jeder beliebigen Kamera verwendet werden.

    Nun zu den in der Überschrift versprochenen Empfehlungen: Es lassen sich unmöglich Ratschläge, die allen individuellen Vorlieben beim Fotografieren und allen Aufnahmesituationen gerecht werden, in diese knappe Übersicht bringen.
    Eine kleine Zahl von Tipps folgt, die ich aus eigener Erfahrung für wichtig und praktikabel halte; sie werden aber Ergänzung durch weitere Artikel, praktische Beispiele und vor allem Ihr eigenes Experimentieren benötigen:

    • Bei Nikon DSLR-Kameras machen Sie nichts verkehrt, wenn Sie im Normalfall der ausgezeichneten Matrix-Messung vertrauen. Für Kameras anderer Hersteller gilt sicher das Gleiche.
      Wenn Sie aus alter Gewohnheit oder anderen Gründen die anderen Methoden bevorzugen und damit zufrieden sind, gibt es aber auch keinen Grund sich umzugewöhnen.
    • Vorsicht: Es gibt Einsteiger-Kameras, die eher dazu neigen, Fotos mit überbelichteten Stellen zu produzieren.
      Der Grund wird sein, dass Einsteiger sich mehr über den gefälliger aussehenden Rest der Bilder freuen und sich noch nicht so leicht an einzelnen überbelichteten Stellen stören.
    • Auch die teuerste Kamera braucht immer wieder Belichtungskorrekturen. Bei kontrastreichen Motiven kontrollieren Sie im Zweifelsfall das Ergebnis und machen eine zweite Aufnahme falls nötig.
    • Die Spot-Messung ist eine gute Alternative für Motive mit sehr hohen Kontrasten und wenn Ihnen wirklich nur ein bestimmter Teil wichtig ist, während der Rest ruhig in weißer Über- oder schwarzer Unterbelichtung untergehen darf.