Belichtungsmessung mit vielen Messfeldern

Messbereich Matrix-MessungSie heißt „Matrix-Messung“ bei Nikon, „Mehrfeldmessung“ bei Canon und andere Hersteller können noch andere Bezeichnungen haben. Sie ist die von den Herstellern als Standardmethode voreingestellte und arbeitet nach folgendem Prinzip:

  • Die Motivhelligkeit wird an vielen Stellen über den ganzen oder fast den ganzen Bildausschnitt hinweg gemessen, links oben angedeutet durch die vollständig rot eingefärbte Bildfläche.
    Moderne Kameras verwenden bis zu über 1000 verschiedene Messfelder.
  • Komplexe Programmlogik ermittelt aus allen Messwerten eine möglichst ausgewogene Belichtung.
    Die angewendete Logik geht weit über eine einfache Durchschnittsermittlung hinaus und die Hersteller halten sich mit Beschreibungen, wie ihr jeweiliges Verfahren genau arbeitet, zurück.

Wichtige Regeln, die die Kamera-Elektronik dabei anwendet, sind:

  • Die Helligkeit einer weißen Fläche in der Sonne ist stets gleich und kann leicht erkannt werden. Höhere Helligkeiten treten nur durch Reflektionen auf, oder wenn die Sonne selbst im Bild ist.
    Die Belichtungsmessung kann so erkennen, dass eine Fläche weiß erscheinen muss, und kann höhere Helligkeiten ignorieren.
  • Die Helligkeitsunterschiede im Bild können recht detailliert ermittelt werden, um über- und unterbelichtete Stellen möglichst klein zu halten.
  • Aus der Helligkeitsverteilung im Bild kann das Motiv typischen Lichtverhältnissen und Aufnahmesituationen zugeordnet werden, z. B. sonniges Tageslicht, bedeckter Himmel, Nachtaufnahme etc.
    Daraus kann die Programmlogik auch zum Ergebnis kommen, eher auf die dunkleren oder helleren Partien zu belichten.

Die Verfahren können mit der heutigen Mikroelektronik beliebig raffiniert und komplex werden, z. B. auch die Belichtung gezielt an Gesichtern orientieren, wenn die Kamera vor der Aufnahme Gesichter im Bild erkennt oder Farb- und Autofokusinformationen berücksichtigen.