Über- und Unterbelichtungen bei hohen Helligkeitskontrasten

Der zweite Grundsatz zum Verstehen von Belichtungsmessung ist:

Digitalkameras können nur einen geringeren Helligkeitsumfang abbilden, als das menschliche Auge wahrnimmt.

Als Beispiel hierzu das bereits am Anfang gezeigte Bild; ein kontrastreiches Motiv, mit zwei verschiedenen Belichtungen aufgenommen:

Beispielbild für Belichtungsmessung und hohe Kontraste

Der Helligkeitsunterschied zwischen dem im Schatten liegenden Baum und der von der Sonne beleuchteten Wolke ist so groß, dass bei ausreichend heller Wiedergabe des Baumes die Quellwolke vollständig überbelichtet und nicht zu erkennen ist. Umgekehrt führt eine dunklere Belichtung, die alle Details der Wolke zeigt, zu einem viel zu dunklen Vordergrund.
Die Bilder sind mit einer Kompaktkamera aufgenommen; Kameras mit größerem Sensor können mit solchen Hellligkeitsunterschieden besser umgehen, aber das Problem besteht trotzdem.

Das bedeutet: Bei kontrastreichen Motiven gibt es keine „richtige“ Belichtung, die alle Bildteile erkennbar wiedergibt.
Die Kamera-Elektronik oder Sie als Fotograf, der in die Belichtung eingreift, müssen sich entscheiden, welche Bildteile Sie als über- oder unterbelichtet opfern.