Belichtungskorrektur und Lichtwerte

Eine Belichtungskorrektur verändert die von der Kamera ermittelte Belichtung, um ein Foto heller oder dunkler ausfallen zu lassen.

Die gängigste Anwendung ist sicher das Vermeiden von Über- und Unterbelichtungen.
Ein Verständnis, warum es diese trotz aller Elektronik immer noch gibt, ist sehr hilfreich und in dem Grundlagen-Artikel zur Belichtungsmessung zu finden.
Links ist ein Beispiel für eine Überbelichtung und ein mit Belichtungskorrektur aufgenommeneres dunkleres Bild (Anklicken öffnet eine größere Ansicht).

Belichtungskorrektur kann auch ein Mittel sein, um die Farbwiedergabe zu beeinflussen – etwas dunklere Farben erscheinen intensiver.
Links ein Beispielfoto mit automatischer Belichtungsmessung und darunter mit negativer Belichtungskorrektur, um intensivere Farben zu erreichen (Anklicken für eine größere Ansicht).

Anzeige von Belichtungskorrekturen auf DigitalkamerasBelichtungskorrekturen werden an Digitalkameras mit Zahlenwerten wie z. B. +1,0 oder -1,0 eingestellt, Zwischenwerte sind in Stufen von je ⅓ oder ½ möglich. Hier zwei beispielhafte Kamera-Anzeigen während der Einstellung einer Belichtungskorrektur; Ihre wird ähnlich aussehen, mit einer Anzeige des Korrekturwertes oder einer Skala.

Positive Belichtungskorrekturen erzeugen hellere Bilder, negative Korrekturen dunklere.
Meine Anhaltspunkte: Meistens genügen Korrekturen im Bereich +/-1, nur selten braucht man mehr als +/-2.
Zwischen den ersten beiden Wolkenbildern oben liegt ein Belichtungsunterschied von 1,0, zwischen den beiden Fotos vom Abendhimmel 0,5. Links ist eine Aufnahmereihe, die veranschaulicht, wie stark sich die Helligkeit mit der Belichtungskorrektur ändert. Sie ist mit einer Nikon D7000 aufgenommen, andere Kameras können auf Belichtungskorrekturen etwas unterschiedlich stark reagieren.

Die Zahlenangaben stehen für Änderungen der Belichtung in Lichtwerten, gelegentlich zeigen Kameras die Einheit „EV“ für den zugehörigen englischen Ausdruck „exposure value“. Der Begriff „Belichtungsstufe“ meint dasselbe.

Eine Änderung um einen ganzen Lichtwert bedeutet eine Verdoppelung oder Halbierung der für die Belichtung verwendeten Lichtmenge.

Entsprechend ändert sich die verwendete Lichtmenge bei größeren Werten immer um den Faktor 2 bzw. 1/2:

Belichtungskorrektur Änderung der Lichtmenge um den Faktor…
+3,0 8
+2,0 4
+1,0 2
0,0 1
-1,0 1/2
-2,0 1/4
-3,0 1/8

Zwischenwerte lassen sich mit etwas Exponentialrechnung bestimmen, sind aber nicht wichtig für das Verständnis.

Der Begriff des Lichtwertes und die ihm zugrundeliegende Logik, die Lichtmenge nicht linear, sondern immer um den Faktor 2 zu ändern, ist wichtig für das Verständnis der Belichtung, da die noch folgenden Größen Belichtungszeit, Blende und ISO-Empfindlichkeit sich ebenso verändern.

Das Einstellen einer Belichtungskorrektur sagt nur etwas über die gewünschte Helligkeitsänderung aus und noch nichts darüber, ob die Kamera dazu die Blende, die Belichtungszeit oder die ISO-Empfindlichkeit ändern soll.

Hintergrundwissen, wann Sie eine Belichtungskorrektur einstellen sollten, finden Sie in dem Artikel über Belichtungsmessung.

Sie können aber auch sehr pragmatisch vorgehen, indem Sie ein Foto aufnehmen, die Belichtung prüfen und dann, wenn es Ihnen nicht gefällt, weitere Aufnahmen mit einer Belichtungskorrektur machen, bis es Ihnen gefällt.